Fähre gesunken: Mindestens 19 Tote bei Schiffsunglück in Kongo
Aktualisiert

Fähre gesunkenMindestens 19 Tote bei Schiffsunglück in Kongo

Bei einem Schiffsunglück in Kongo-Kinshasa sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Fast 80 weitere Passagiere galten nach Behördenangaben am Montag noch als vermisst, nachdem ihre Fähre am Sonntagmorgen auf dem Kongo-Fluss gesunken war.

Der Unfall ereignete sich nahe der Ortschaft Ankoro in der Provinz Katanga im Südosten des Landes. 97 Menschen seien gerettet worden, sagte der Bezirkschef von Ankoro, Jean-Pierre Mulongoy. Auf dem Boot befanden sich demnach mindestens 190 Passagiere.

Zugleich warnte Mulongoy, die Lage der Überlebenden sei zunehmend «prekär». Der für die Region verantwortliche Arzt sagte, die Überlebenden seien in Hütten ohne Latrinen untergebracht und würden Wasser aus dem Fluss trinken, in dem noch viele Leichen trieben. Es bestehe die Gefahr einer Cholera-Seuche. Die meisten Überlebenden stammen aus einer etwa 170 Kilometer von dem Unglücksort liegenden Ortschaft.

Verkehrsminister Matthieu Mpita sagte, er sei sich der Sicherheitsmängel in der Binnenschifffahrt bewusst. Reformen in diesem Sektor seien der Regierung ein wichtiges Anliegen, allerdings sei das Land sehr gross.

Fähren gehören zu den wichtigsten Verkehrsmitteln in dem zentralafrikanischen Staat, der von zahlreichen Wasserläufen durchschnitten wird. Auf den Seen und Flüssen des Landes kommt es häufig zu Unfällen, unter anderem, weil die Fähren oft überladen sind. Die Sicherheitsvorkehrungen sind meist dürftig, häufig fehlen Rettungswesten oder Rettungsbojen.

Nach Zählungen der Nachrichtenagentur AFP verunglückten in dem Land im vergangenen Jahr mindestens elf Fähren. Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, 280 galten als vermisst. (sda)

Deine Meinung