Genug von den USA: Mindestens 2032 Franken Stempelgeld für Meili
Aktualisiert

Genug von den USAMindestens 2032 Franken Stempelgeld für Meili

Er ist pleite, arbeitslos und gilt bei einigen Landsleuten immer noch als Verräter: Wie sehen die finanziellen Aussichten des ehemaligen Wachmanns Christoph Meili nach seiner Rückkehr in die Schweiz aus?

Hilfe war in den USA keine in Sicht: «Hier gibt es keine soziale Absicherung, kein Sozialsystem», sagte der ehemalige UBS-Wachmann Christoph Meili im «Blick». Seine finanzielle Lage könne in Zukunft nur schlimmer werden. Zuletzt verdiente er sein Geld wieder als Nachtwächter. Doch die 15 Dollar pro Stunde, die er damit verdiente, langten hinten und vorne nicht. Deshalb rettet er sich nun in seine alte Heimat: Die Schweiz. Doch was erwartet ihn hier?

Unterschlupf erhält Meili gemäss eigenen Aussagen vorläufig bei einem Freund in Zürich. Einen Job wird er wohl nicht so schnell finden, zumindest nicht als Wachmann. Immerhin: Hungern wird Meili aber nicht müssen und auch nicht direkt aufs Sozialamt. Von der Arbeitslosenkasse hat er Anspruch auf mindestens 2032 Franken pro Monat und dies für maximal ein Jahr, wie aus einer Broschüre der Arbeitslosenversicherung hervorgeht. Meili hat Anrecht auf Arbeitslosengeld, falls er in den USA einer regulären Arbeit nachging, so wie er das öffentlich behauptet hat.

Zustupf der Sozialhilfe möglich

Sollte ihm dies nicht reichen um Miete, Krankenkasse und Lebensunterhalt zu finanzieren, hat er Anspruch auf Ergänzungsleistungen der Sozialhilfe. Einen pauschalen Betrag gibt es dabei nicht. Die Zuwendung berechnet sich aus der Differenz zwischen Einnahmen (Arbeitslosengeld) und den tatsächlichen Lebenshaltungskosten (Miete, Krankenkasse, Essen, usw.). Die Zuzahlung für Mietausgaben ist aber begrenzt.

Für den Unterhalt seiner Frau und seines Kindes bekommt Meili keine öffentliche Unterstützung, da er diese in Amerika zurücklässt. Die Situation würde sich erst bei einem Familiennachzug ändern.

(amc)

Meili und die Banken

Christoph Meili arbeitete 1997 als Wachmann bei der UBS. Ihm fielen hochbrisante Dokumente über Guthaben von Kontoinhabern in die Hände, die von den Nazis getötet wurden. Meili rettet die Dokumente vor dem Shredder und spielt sie der jüdischen Gemeinde zu. Ein Jahr später sehen sich die Schweizer Banken gezwungen, 1,25 Milliarden Franken zur Entschädigung von Nazi-Opfern auszuzahlen. Meili wurde als Nestbeschmutzer beschimpft und verliess die Schweiz in Richtung USA. Meili erhielt aus dem Vergleich mit der Bank 250 000 Franken. (mlu)

Deine Meinung