Mindestens 25 Tote bei Selbstmord-Anschlag
Aktualisiert

Mindestens 25 Tote bei Selbstmord-Anschlag

Ein Selbstmord-Attentäter hat sich vor dem Sitz der US-Zivilverwaltung in Bagdad in die Luft gesprengt. Mindestens 25 Menschen starben im Inferno.

Der Attentäter sprengte sich mit einer 500-Kilogramm-Bombe in einem Geländewagen inmitten einer auf Einlass wartenden Menschenmenge in die Luft. Mehr als 130 Menschen wurden nach Angaben des irakischen Regierungsrats verletzt.

Unter den Toten sind nach Militärangaben auch zwei Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums. Auch unter den Verletzten befinden sich sechs US-Bürger. Bei den meisten Todesopfern handelt es sich aber um Iraker, die am Tor vor dem ehemaligen Palast der Republik um Arbeit anstanden. Der Anschlag ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 8.00 Uhr Ortszeit vor der Zentrale der «Coalition Provisional Authority» (CPA).

«Es war die Zeit, in der die Arbeiter in den Palast gehen», sagte der irakische Ingenieur Chalid Taleb. Ein anderer Augenzeuge, Haidar Hanun, sagte, er habe sich in die Warteschlange von Arbeitssuchenden eingereiht, als ein Land Cruiser explodiert sei.

Das Fahrzeug mit der Bombe wurde nach Angaben des irakischen Polizeichefs Hassan el Obeidi von einem einzelnen Selbstmordattentäter gesteuert. Das Gebiet am Tigris-Ufer, die so genannte Grüne Zone, ist einer der am stärksten gesicherten Stadtteile von Bagdad. Die irakische Polizei verkündete nach dem Anschlag über Lautsprecher, dass die US-Streitkräfte eine Belohnung von 2.500 Dollar für Hinweise auf die Täter ausgesetzt hätten.

Der oberste Zivilverwalter der USA für Irak, Paul Bremer, hielt sich am Wochenende zu Gesprächen mit den Vereinten Nationen in New York auf. Er verurteilte den Anschlag als «weiteres Zeichen für die mörderische und zynische Absicht von Terroristen, die Freiheit, Demokratie und Fortschritt in Irak untergraben.» Sie würden ihre Ziele jedoch nicht erreichen, erklärte Bremer.

Auch in Tikrit, der Heimatstadt des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein, explodierte am Samstagabend eine Autobombe. Dabei wurden 150 Meter von einer amerikanischen Militärpatrouille entfernt die beiden Autoinsassen getötet, wie ein US-Offizier am Sonntag mitteilte. Offenbar habe es sich um einen gescheiterten Anschlag gehandelt.

Bisher 500 US-Soldaten in Irak getötet

Bei einem Bombenanschlag auf ein amerikanisches Panzerfahrzeug nördlich von Bagdad wurden am Samstag drei US-Soldaten und zwei irakische Sicherheitskräfte getötet. Damit stieg die Zahl der seit Kriegsbeginn am 20. März 2003 in Irak getöteten US-Soldaten auf 500. Nach dem Anschlag nahe Tadschi, rund 30 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt, wurden nach Militärangaben drei Männer festgenommen. In ihrem Fahrzeug wurde Material zur Herstellung von Bomben gefunden.

Im Konflikt um die geplante Machtübergabe an eine irakische Regierung suchen die USA offenbar verstärkt die Unterstützung der Vereinten Nationen. Nach einem Gespräch mit Präsident George W. Bush, der Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und Aussenminister Colin Powell in Washington traf US-Zivilverwalter Bremer zu Gesprächen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York ein. Zwar sei die vom einflussreichsten schiitischen Führer des Landes geforderte Parlamentswahl vor der geplanten Einsetzung einer irakischen Übergangsregierung am 1. Juli nicht machbar, sagte Bremer. Es werde aber über Teilwahlen und Versammlungen als Kompromiss nachgedacht. Grossayatollah Ali el Husseini el Sistani lehnt die Einsetzung einer nicht direkt gewählten Übergangsregierung ab und hat mit deren Boykott gedroht. (dapd)

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