Busunglück in Bulgarien – 12 der 46 Todesopfer waren minderjährig – Familie überlebt
Aktualisiert

Busunglück in Bulgarien12 der 46 Todesopfer waren minderjährig – Familie überlebt

Rund 40 Kilometer südlich der bulgarischen Hauptstadt hat sich in der Nacht ein schwerer Busunfall ereignet. An Bord des Busses befanden sich auch zwölf Kinder.

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Eine siebenköpfige Familie konnte durch das Fenster fliehen und überlebte die Tragödie. 

Eine siebenköpfige Familie konnte durch das Fenster fliehen und überlebte die Tragödie.

Reuters
Der Bus ist den Bildern nach komplett ausgebrannt.

Der Bus ist den Bildern nach komplett ausgebrannt.

Reuters
Der Bus crashte ersten Erkenntnissen nach in eine Leitplanke.

Der Bus crashte ersten Erkenntnissen nach in eine Leitplanke.

Reuters

Darum gehts

  • Insgesamt haben sich rund 50 Leute in dem Bus befunden.

  • Der Bus soll laut Informationen in Skopje registriert sein.

  • Bei den Opfern soll es sich dem Bericht zufolge vorwiegend um Personen aus Nordmazedonien handeln.

Bei einem schweren Busunglück in Bulgarien sind in der Nacht zum Dienstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die amtliche Nachrichtenagentur BTA berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, es gebe mindestens 46 Tote, darunter mehrere Kinder. Einige Verletzte seien in ein Krankenhaus nach Sofia gebracht worden, keiner davon schwebe in Lebensgefahr. Insgesamt hätten sich etwa 50 Passagiere und zwei Fahrer in dem Bus befunden, berichtete das Staatsradio unter Verweis auf die Polizei.

Unter den Toten sind zwölf Minderjährige. «Zwölf der Opfer waren unter 18 Jahre alt», sagte Bulgariens Polizeichef Stanimir Stanew dem Sender bTV. «Der Fahrer war sofort tot, sodass niemand die Türen öffnen konnte.» Die sieben Überlebenden wurden mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus in Sofia gebracht. Sie seien aus den Fenstern des Busses gesprungen, sagte die Leiterin einer Fachabteilung der Klinik, Maja Arguirowa. Ihren Angaben zufolge schwebt keiner der Verletzten in Lebensgefahr.

Der Unfall ereignete sich auf der Struma-Autobahn etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia. Laut BTA hatte der Bus kurz nach 2.00 Uhr morgens (1.00 Uhr MEZ) aus noch ungeklärten Gründen eine Leitplanke gerammt und sich dann überschlagen. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es auch deshalb so wenige Überlebende, weil der Bus in Brand geriet. Ob er bereits vor dem Unfall Feuer gefangen hatte oder sich zunächst überschlug und dann in Flammen aufging, war zunächst unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zur Unglücksursache auf.

Bus war in Skopje registriert

Insgesamt hätten sich rund 50 Passagiere und zwei Fahrer in dem Bus befunden, berichtete das Staatsradio unter Verweis auf die Polizei. Bei den Reisenden handele es sich nach Angaben des bulgarischen Vize-Generalstaatsanwalts Borislaw Sarafow um Staatsbürger Nordmazedoniens. Unter den Opfern sei auch ein belgischer Staatsbürger, sagte der Interims-Leiter der nordmazedonischen Botschaft in Sofia, Wladimir Krastewski, dem bulgarischen Staatsradio.

Der Bus war, nach Angaben des Innenministeriums in Sofia, in Skopje registriert, aus der Türkei nach Bulgarien gekommen und befand sich auf dem Weg nach Nordmazedonien. Der Streckenabschnitt, in dem das Unglück geschah, liegt in einer hügeligen Gegend und ist für häufige Unfälle bekannt, wie der Bürgermeister einer Nachbargemeinde im Staatsradio sagte.

Der nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev sagte der staatlichen Nachrichtenagentur MIA nach einem Gespräch mit einem Überlebenden, die Passagiere hätten in dem Bus geschlafen und seien von einem lauten Knall geweckt worden. «Es ist ihnen gelungen, eines der Fenster einzuschlagen und ein paar Menschen zu retten», sagte Zaev. «Es ist eine grosse Tragödie.» Viele der Opfer seien Minderjährige und «junge Leute im Alter von 20 bis 30 Jahren».

«So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen»

Bulgariens Interims-Regierungschef, Stefan Janew, begab sich umgehend zum Unglücksort und äusserte sich dort tief betroffen. «Es ist eine riesige Tragödie», sagte Janew, der den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aussprach.

Der geschäftsführende Innenminister, Boiko Raschow, zeigte sich ebenfalls erschüttert und schilderte eine düstere Szenerie am Unfallort: «So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen, das ist kaum zu ertragen. Die verbrannten Leichen liegen hier übereinander auf einem Haufen.» Viele der Toten müssten noch identifiziert werden.

Der Aussenminister von Bulgarien, Svetlan Stoev, kondolierte über Twitter und versprach dem nordmazedonischen Aussenminister Bujar Osmani eine rasche Aufklärung des Unfalls. Bulgarien stünde Nordmazedonien in diesem schweren Moment bei.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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(DPA/chk/fos)

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