Mit Öl bespritzt: Mindestens 70 Kunstschätze bei Angriff auf Berliner Museen beschädigt
Publiziert

Mit Öl bespritztMindestens 70 Kunstschätze bei Angriff auf Berliner Museen beschädigt

Auf der Berliner Museumsinsel haben Unbekannte mindestens 70 wertvolle Museumsstücke mutwillig beschädigt. Der Corona-Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann hatte unter seinen Unterstützern verbreitet, bei den Museen handle es sich um den «Thron des Satans».

1 / 4
Auf der Berliner Museumsinsel haben Unbekannte einen Kunstangriff verübt.

Auf der Berliner Museumsinsel haben Unbekannte einen Kunstangriff verübt.

KEYSTONE
Mindestens 70 wertvolle Kunstschätze in drei Museen wurden mit einer «öligen Flüssigkeit» bespritzt. 

Mindestens 70 wertvolle Kunstschätze in drei Museen wurden mit einer «öligen Flüssigkeit» bespritzt.

KEYSTONE
Betroffen sind das ägyptologische Pergamonmuseum, das Neue Museum und die  Nationalgalerie.

Betroffen sind das ägyptologische Pergamonmuseum, das Neue Museum und die Nationalgalerie.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Auf der Berliner Museumsinsel ist an mehreren Standorten zu Angriffen auf Kunstgegenstände gekommen.

  • Unbekannte bespritzten mindestens 70 wertvolle Museumsstücke mit einer öligen Flüssigkeit.

  • Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann hatte eines der Museum zuvor als «Thron des Satans» bezeichnet.

Auf der Berliner Museumsinsel sind Dutzende Ausstellungsobjekte nach Medienberichten von Unbekannten beschädigt worden. Laut «Zeit» handelt es sich um einen «der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands».

Ein oder mehrere unbekannte Täter hätten mindestens 70 Objekte im Pergamonmuseum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt, hiess es in einem Bericht der «Zeit» und des Deutschlandfunks. Darunter seien ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts. Die Flüssigkeit habe darauf sichtbare Flecken hinterlassen.

Beschädigungen am Tag der Deutschen Einheit

Die Vorfälle sollen sich bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zugetragen haben und bislang nicht öffentlich gemacht worden sein. Ob der Tag absichtlich gewählt wurde, war zunächst unklar. Zu den Motiven des Täters oder der Täter war zunächst nichts bekannt.

Gemäss Medienbericht hat der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann bereits im August und September über das Pergamonmuseum geschrieben, es handle sich dabei um den «Thron des Satans».

Das Museum sei das Zentrum der «globalen Satanisten-Szene und Corona-Verbrecher», schrieb Hildmann in einer öffentlichen Telegram-Gruppe. Ob eine Verbindung zum Angriff auf die Kunstschätze besteht, ist unklar.

Dringende Bitte um Mithilfe

Auf Anfrage von «Zeit» und Deutschlandfunk hätten die Stiftung Preussischer Kulturbesitz und die Berliner Polizei bestätigt, dass es Beschädigungen an Ausstellungsobjekten gebe, hiess es in dem Bericht. Ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung sei eingeleitet worden.

Dem «Tagesspiegel» zufolge wurden Besucher, die für den 3. Oktober Museumstickets gebucht hatten, vom Landeskriminalamt (LKA) angeschrieben und dringend um Mithilfe gebeten.

Mehr als eine Million Besucher jährlich

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur gab die Polizei am Dienstagabend keine Auskünfte. Die Stiftung Preussischer Kulturbesitz war am Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Museumsinsel gehört seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Anfang Oktober feierte das Pergamonmuseum seinen 90. Geburtstag. Benannt ist es nach seiner bekanntesten Attraktion, dem Pergamonaltar. Er stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus und gehörte zur Residenz der mächtigen Könige von Pergamon, die im Westen der heutigen Türkei eine Kulturmetropole nach dem Vorbild Athens schufen.

Als eines der wenigen Museen in Deutschland lockt das Pergamon jährlich mehr als eine Million Menschen an – wenn es komplett geöffnet ist. Die zwischen zwei Spreearmen gelegene Gruppe aus Altem Museum, Bode-Museum, Alter Nationalgalerie, Neuem Museum mit der berühmten ägyptischen Pharaonen-Büste der Nofretete und der James-Simon-Galerie als jüngstem Bau zog zusammen knapp 3,1 Millionen Menschen an.

(SDA, her)

Deine Meinung

10 Kommentare