Aktualisiert

PhilippinenMindestens vier Tote bei Fährunglück

Vor der philippinischen Küste ist eine Fähre gekentert. Mindestens vier Menschen sind ertrunken; 88 werden noch vermisst.

von
scl
Armand Balilo, Sprecher der Küstenwache, zeigt ein Bild der verunglückten Fähre «Mercraft 3». (21. Dezember 2017)

Armand Balilo, Sprecher der Küstenwache, zeigt ein Bild der verunglückten Fähre «Mercraft 3». (21. Dezember 2017)

Keystone/Aaron Favila/AP

Vor der Küste der Philippinen ist am Donnerstag eine Fähre verunglückt. Mindestens vier Menschen sind ertrunken. 166 der insgesamt 258 Menschen an Bord des gesunkenen Schiffes seien von Fischern, Schiffen der Küstenwache und der Marine gerettet worden, teilten die Behörden mit. Rettungsmannschaften suchten in Gewässern nahe dem Ort Dinahican etwa 74 Kilometer östlich der Hauptstadt Manila nach Vermissten, sagte der Sprecher der Küstenwache, Armand Balilo, bei einer Pressekonferenz. Die Rettungseinsätze gingen auch nach dem Einbruch der Dunkelheit und trotz heftigem Wellengang weiter.

Das Schiff namens Mercraft 3 war nach Angaben der Küstenwache bei unruhiger See von der Stadt Infanta östlich von Manila unterwegs zur Insel Polillo. Die Fähre sei in schweren Wellengang geraten und dabei gesunken. Der Süden der Philippinen bereitet sich derzeit auf den Tropensturm Tembin vor, der laut Vorhersagen am Freitagmorgen auf Land treffen soll. Für die Stadt Real und die Insel Polillo habe zum Zeitpunkt der Abfahrt keine Unwetterwarnung vorgelegen, sagte Balilo.

Immer wieder tödliche Unfälle

Der Überlebende Donel Jade Mendiola sagte dem Radiosender DZMM, beim Ablegen sei das Wetter noch gut gewesen. Nach etwa zwei Stunden seien jedoch starker Wind und hohe Wellen aufgekommen. «Das Schiff stoppte und begann damit, Wasser an der Bugseite aufzunehmen. Die Passagiere rannten auf eine Seite und die Fähre begann zu sinken», sagte er.

Für die Philippinen mit ihren mehr als 7000 Inseln sind Schiffe eines der Hauptverkehrsmittel. Da die Fähren oftmals schlecht gewartet und überfüllt sind, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Vor genau 30 Jahren waren bei dem bislang schlimmsten Schiffsunglück in der Geschichte des Landes mehr als 4300 Menschen ums Leben gekommen. (scl/afp)

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