25.03.2016 11:25

En gueteMineralöl in Schoggi-Osterhasen gefunden

Können Schoggi-Hasen die Gesundheit gefährden? Ja, sagt die Organisation Foodwatch: In vielen sei der Mineralöl-Gehalt zu hoch – auch im Goldhasen von Lindt.

von
vb

In Schoggi-Osterhasen sind bei Tests der deutschen Verbraucherorganisation Foodwatch Spuren von Mineralölen gefunden worden. In acht von 20 untersuchten Hasen verschiedener Hersteller sind geringe Konzentrationen aromatischer Mineralöle nachgewiesen worden. Diese Öle stünden im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein, teilt die Organisation mit. Alle Schoggi-Hasen waren zudem mehr oder weniger stark mit gesättigten Mineralölen belastet. Diese können sich im Körper anreichern und die Organe schädigen, wie Foodwatch weiter schreibt.

Die höchsten Werte an gesättigten Mineralölen hat Foodwatch in Hasen der deutschen Discounter Lidl (Marke Favorina) und Penny gemessen. Doch auch teurere Produkte stehen am Pranger: Laut Foodwatch schneidet der Goldhase des Schweizer Schoggi-Herstellers Lindt nicht gut ab. Die Belastung bei den gesättigten Mineralölen liegt laut dem Test mit 2,2 Milligramm pro Kilo im mittleren Bereich. Auch bei den aromatischen Mineralölen zeigt Foodwach dem Lindt-Goldhasen die rote Karte.

Lindt will Rückstände verringern

Auf Anfrage von 20 Minuten relativiert Lindt: «Unsere Goldhasen sind gesundheitlich unbedenklich», sagt Sprecherin Nathalie Zagoda. Bis zu einem gewissen Punkt seien Mineralöl-Rückstände unvermeidbar und unbedenklich. Doch man arbeite daran, diese möglichst komplett zu vermeiden.

«Wir haben eine umfassende Analyse in Bezug auf Mineralöl-Rückstände durchgeführt», sagt Zagoda. «So konnten wir konkrete Massnahmen zur Verringerung von Mineralölspuren entwickeln.» Lindt verwendet beispielsweise bei direktem Produktkontakt keine rezyklierten Kartonagen, sondern nur Frischfasern für die Herstellung von Verpackungsmaterialien.

Coop kennt das Problem

Auch Coop erklärt, Mineralölspuren könnten in den Eigenprodukten nicht vollständig vermieden werden. Untersuchungen zur Minimierung seien im Gang, sagt Sprecher Urs Meier. Bei Schokolade liege der Schlüssel in der Vorstufe, da es sich um einen Rohstoff handle, der über Börsen und globale Player gehandelt wird. «Da Coop ein vergleichsweise kleiner Abnehmer ist, sind unsere Einflussmöglichkeiten leider beschränkt», so Meier.

Gesetzlich gibt es kein Limit für den Mineralölgehalt in Lebensmitteln. Das will Foodwatch ändern und fordert strikte Obergrenzen. Besonders für die krebsverdächtigen aromatischen Mineralöle müsse eine «Nulltoleranz» gelten – sie dürften in Lebensmitteln überhaupt nicht nachweisbar sein, so Foodwatch. Gefordert seien die Regierungen und die EU-Kommission.

Wie kommt Mineralöl in die Schoggi?

Es gibt verschiedene Wege, wie Mineralöle in die Schokolade gelangen können. Eine Quelle sind Jutesäcke, die mit Ölen behandelt und anschliessend für den Transport von Kakaobohnen verwendet wurden. Im Endprodukt landen können Mineralöle auch wegen Maschinenölen, die in der Produktion verwendet wurden, oder über Abgase aus Industrie und Verkehr. Eine weitere Ursache sind Kartonverpackungen aus Recyclingmaterial.

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