Aktualisiert 27.04.2020 22:00

Kritik an Vermieter Enuu

Mini-Autos sorgen in der Stadt Zürich für viel Ärger

Die Mini-Leihfahrzeuge der Firma Enuu stehen in Zürich vielen Passanten im Weg und verstellen öffentlichen Raum. Sie sorgen für viel Ärger.

von
Eva Tedesco
1 / 3
Das Bieler Start-up Enuu erweitert seit letzten Herbst das Free-Floating-Angebot in der Stadt Zürich. (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)
Das Bieler Start-up Enuu erweitert seit letzten Herbst das Free-Floating-Angebot in der Stadt Zürich. (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)

In letzter Zeit häufen sich Klagen gegen die kleinen Elektromobile berichtete der «Tages Anzeiger». (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)

In letzter Zeit häufen sich Klagen gegen die kleinen Elektromobile berichtete der «Tages Anzeiger». (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)

Franziska Rothenbuehler
Der Grund: Die Enuus werden immer häufiger falsch abgestellt und versperren Passanten den Weg. (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)

Der Grund: Die Enuus werden immer häufiger falsch abgestellt und versperren Passanten den Weg. (Bild: Franziska Rothenbühler/Tamedia AG)

Erst war das O-Bike. Dann kam das E-Trottinett. Seit letztem Herbst rollen tuktukartige Elektrofahrzeuge über die Strassen der Stadt Zürich. Rund 100 dieser rundlichen Mini-Autos des Bieler Start-ups Enuu stehen auf Trottoirs, Velowegen und öffentlichen Plätzen - und verstellen dabei immer häufiger Passanten den Weg.

Dementsprechend, berichtet der «Tages Anzeiger» (Artikel kostenpflichtig), steigt der Ärger über die Elektrofahrzeuge. «Wir erhalten im Moment zahlreiche negative Meldungen aus der Bevölkerung», bestätigte Robert Soós vom städtischen Sicherheitsdepartement der Zeitung. Mehr Klagen eingegangen seien auch bei Pro Velo Zürich und beim städtischen Fussgängerverein.

Die Stadtverwaltung beobachte die Situation genau, zumal das Bieler Start-up Unternehmen vorerst nur eine temporäre Bewilligung für drei Monate erhalten habe. Nach Ablauf der Frist werde man die Erfahrungen mit den Fahrzeugen auswerten, sagte Soós weiter. Denn das Angebot an Free-Floating-Mobilitätslösungen sei gross. Im Gegensatz zum Enuu können E-Trottinettes und E-Bikes schnell auf die Seite befördert werden, wenn sie einem Passanten im Weg stehen.

Doppelte Kommerzialisierungsstrategie

Das Bieler Start-up nützt die Mini-Autos auch als fahrende Werbefläche und verdient neben der Vermietung der Mobile zusätzlich. Mit dieser doppelten Kommerzialisierungsstrategie habe sich Enuu weiter Ärger zugezogen.

Manchmal äussere sich der Ärger aber auch kreativ: Für viel Vergnügen sorgte vergangene Woche eine Bild eines Enuu, das auf einer Parkbank «parkiert» wurde. Dass man das Leichtgewicht verhältnismässig einfach zu zweit aufheben kann, habe schon für allerlei Schabernack gesorgt. Letzte Woche hätten städtische Mitarbeiter ein Enuu aus einem Brunnen «retten» müssen, erzählte Soós dem «Tagesanzeiger».

Ennu Mitbegründer Luca Placi entschuldigte die vielen falsch abgestellten Fahrzeuge im «SRF Regionaljournal» mit vielen neuen Nutzern, die noch nicht vertraut seien damit, wie man ein Enuu korrekt abstellt. Trotz Corona-Lockdown sollen mittlerweile über 1000 Nutzer registriert sein. Auch bei den Free-Floating-E-Trottinetten habe es eine Weile gedauert, bis die Regeln verinnerlicht waren. Wer die Mini-Autos nutzt, darf diese auf Veloparkplätzen abstellen und überall dort, wo genügend Platz für Fussgänger bleibt.

Stehen Enuus auf Trottoirs und versperren den Passanten den Weg, wird durch die Polizei gebüsst. Man arbeite aktiv mit der Polizei zusammen und parkiere die betreffenden Fahrzeuge auch selber um, sagte Placi. Die Entscheidung, ob die Bewilligung verlängert wird, soll noch im Mai fallen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.