Mini-Strip zu heiss für DRS1
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Mini-Strip zu heiss für DRS1

Komiker Beat Schlatter ist sauer auf Radio DRS1: Seine Bingoshow wird vom Staatssender nicht unterstützt – wegen einer Füdliszene.

Ab heute gastiert die mobile Showbühne Das Zelt für einen Monat auf dem Zürcher Platzspitz. Gezeigt werden

ein Multimedia-Spektakel, eine A-cappella-Performance, ein Märchen – und die kultige Bingoshow von Beat Schlatter. Radio DRS1 wollte ursprünglich mit allen vier Produktionen eine Medienpartnerschaft eingehen, unterstützt jetzt aber nur drei.

Grund: Ein Füdli-Strip in Schlatters Show ist den Verantwortlichen des Staatssenders zu heiss. Die Szene des Anstosses: Während der Bingoshow zeigt Fusspfleger Harry Friedli auf der Bühne kurz seinen nackten Hintern, auf den eine Bingozahl aufgemalt ist.

Für Ruedi Weiss (50), Leiter Eventmarketing bei DRS1, ist klar: «Die Szene entspricht nicht dem Niveau einer Veranstaltung, welche DRS1 als Medienpartner unterstützt.»

«Das ist lächerlich», kontert Schlatter, «wir haben den harmlosen Strip mehrmals vor Familien gezeigt und nie Reklamationen erhalten.» Was den Komiker am meisten ärgert: DRS-Mann Weiss hat die Füdliszene selber nie gesehen. Als er die Show in Luzern besuchte, ging er schon vor der Pause – der Strip läuft aber erst in der zweiten Hälfte. Weiss: «Ich musste den Po für meinen Entscheid nicht selber gesehen haben.»

Badminton mit Zürichs Stapi

Wie immer gibts bei der Bingoshow originelle Preise zu gewinnen: Im Zelt winken etwa ein Vollsuff mit Grand Marnier und ein Vaterschaftstest von Gentest.ch, der neun Monate später durchgeführt werden kann. Auch im Katalog: Eine Stunde Badminton spielen mit Stapi Elmar Ledergerber oder die Nennung des eigenen Namens im Cast eines Hollywood-Streifens in der TV-Zeitschrift TR7. Und für destruktive Gemüter: ein Gutschein von einem Glasergeschäft, damit man bei einem Feind ein Fenster einschlagen kann.

Bernhard Brechbühl

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