Atomprogramm: «Mini-Tinner» angeklagt
Aktualisiert

Atomprogramm«Mini-Tinner» angeklagt

Wegen der Vermittlung von illegalen Geschäften für das iranische Atomprogramm ist gegen einen 48-jährigen Deutsch-Iraner in Deutschland Anklage erhoben worden.

Der Mann soll zwischen Mai und November 2007 von Frankfurt aus gewerbsmässig verbotene Handelsgeschäfte vermittelt haben, wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. In der Anklage geht es um zwei Hochgeschwindigkeitskameras und strahlungsfeste Detektoren, die vom Iran-Embargo erfasst werden.

Die Detektoren sollten der Bundesanwaltschaft zufolge mit Hilfe eines rheinland-pfälzischen Unternehmens aus den USA beschafft werden. Hierfür sei aus dem Iran bereits Vorkasse in Höhe von etwa 87 000 Euro an die deutsche Firma geleistet worden. Die Lieferung sei nur gescheitert, weil die Firma von dem Geschäft Abstand genommen habe.

Der Angeklagte soll auch den Export von militärisch konstruierten, nachtsichttauglichen Ferngläsern eines Schweizer Herstellers vermittelt haben, die vom Waffenembargo gegen den Iran erfasst sind.

Der Mann muss sich demnächst vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main verantworten. Ihm werden Verstösse gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Aussenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Er ist schon seit dem vergangenen November in Untersuchungshaft.

Die Europäische Union hatte am Montag zusätzliche Sanktionen gegen den Iran beschlossen, da das Land sich weiterhin weigert, seine Urananreicherung zu stoppen. Der Westen wirft der Islamischen Republik vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet dies jedoch.

(sda)

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