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Mini-Tornado über dem Neuenburgersee

Die Anrainer des Neuenburgersees erlebten gestern Abend ein eindrückliches Naturschauspiel, als eine gigantische Wasserhose über den See zog.

Mehrere Augenzeugen berichteten vom seltenen Phänomen. Gegenüber der Zeitung «L'Express» schilderte Dominique Frochaux aus Neuenburg das Erlebte wie folgt: «Zuerst sah es aus wie ein pechschwarzer Sonnenstrahl. Dann kam die Linie vom Himmel bis auf den See herunter. Sie war schnurgerade. Das war sehr eindrücklich. Auf der Oberfläche des Sees sah man, wie das Wasser in die Höhe gewirbelt wurde - wie bei einem Geysir. Später wurde die Wasserhose immer breiter und verschwand dann».

Seltenes Phänomen

Mobile-Reporter Camille Mathis (17) beobachtete das Phänomen von La Neuveville aus. Er erklärte gegenüber 20minuten.ch: «Gegen 20.15 Uhr befand sich die Wasserhose zwischen Le Landeron und dem Neuenburgersee. Dann zog sie nach Süden, bevor sie dann verschwand.»

Wasserhosen bilden sich, wenn die Luft labil reagiert, weil die untere Lage warm und feucht, die mittlere trocken und kühl, die obere gleichzeitig kalt ist. Üblicherweise werden Wasserhosen in der Schweiz nur etwa einmal pro Jahr beobachtet. Der Begriff «Wasserhose» hat übrigens nichts mit dem Bekleidungsstück zu tun, sondern mit dem englischen Begriff «hose» für Schlauch.

Es wurden keine Schäden gemeldet.

adi/jcg

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