Sonderbewilligung erhalten – Alibi-Trainingsfahrt soll ausreichen – Kriechmayr darf in Wengen starten
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Sonderbewilligung erhaltenAlibi-Trainingsfahrt soll ausreichen – Kriechmayr darf in Wengen starten

Der Österreicher Vincent Kriechmayr darf nun doch zu den beiden Lauberhorn-Abfahrten antreten, obwohl er kein Training absolviert hat.

von
Adrian Hunziker
(Wengen)
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Der Österreicher Vincent Kriechmayr soll nun die beiden Abfahrten bestreiten dürfen. 

Der Österreicher Vincent Kriechmayr soll nun die beiden Abfahrten bestreiten dürfen.

REUTERS

Darum gehts

  • Die Renn-Jury hat entschieden: Vincent Kriechmayr darf an den Abfahrten starten.

  • Das, obwohl der Österreicher kein Training absolviert hat.

  • Er erhält eine Sondergenehmigung von der Renn-Jury.

  • Swiss-Ski will sich am Freitagmorgen um elf Uhr zum Entscheid der Renn-Jury äussern.

Noch am Donnerstagmorgen war es nur ein Gerücht, doch gegen Abend bestätigte sich dieses: Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr darf nun doch an den beiden Lauberhorn-Abfahrten am Freitag und Samstag antreten. Und das, obwohl der 30-Jährige kein Abfahrts-Training absolviert hat. Die Renn-Jury hat entschieden, ihm eine Sondergenehmigung zu geben.

FIS-Renndirektor Markus Waldner habe in der Mannschaftsführersitzung verkündet, dass Kriechmayr starten dürfe, berichten österreichische Medien. Es gebe keine Regel, wonach ein Rennläufer volle Trainingsläufe hinter sich bringen müsse. Er müsse nur auf der Liste stehen und aus dem Starthaus fahren, dann könne er den Lauf sofort abbrechen, heisst es weiter.

Swiss-Ski legt Protest ein

Wie die Tamedia-Zeitungen berichten, hätten sich mehrere Trainer über den Jury-Entscheid beschwert, darunter auch der Schweizer Chefcoach Thomas Stauffer. Er wird Protest einlegen, wie das am Vormittag bereits angekündigt worden war. «Die Jury entscheidet, das haben wir zu akzeptieren. Aber es ist für die Zukunft gefährlich, wenn Reglemente einfach so angepasst werden. Das kann es nicht sein», wird Stauffer zitiert. Swiss-Ski will sich am Freitagmorgen um elf Uhr zum Entscheid der Renn-Jury äussern.

Nun sieht es so aus, als würde Kriechmayr am Freitag vom Originalstart der Lauberhorn-Abfahrt auf die Strecke gehen, sagte Waldner in den österreichischen Medien. Danach werde er sofort abstoppen und später das Rennen bestreiten. «Wir haben nicht so entschieden, weil es Herr Kriechmayr ist, der ein Weltmeister ist und hier gewonnen hat. Wir würden für jeden Läufer so entscheiden, weil wir in sehr komplizierten Covid-Pandemie-Zeiten leben», wird Waldner zitiert. «Wir wollen vermeiden, dass ein Läufer nicht starten kann wegen diesem verdammten Covid.»

Odermatt begrüsst Start

Marco Odermatt, der Sieger des Super-G in Wengen, sagte nach seinem Triumph im ORF: «Ich fände es gut, wenn Vincent die Abfahrten bestreiten darf. Wichtig ist einfach, dass Regeln für alle gelten. Also wenn jetzt eine Ausnahme für ihn gemacht wird, dann muss auch eine solche gemacht werden, wenn es das nächste Mal nicht um einen Favoriten geht. Aber eben – ich würde mich freuen, wenn er startet.»

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