Mini-U-Boot: Luft reicht nur noch für 24 Stunden
Aktualisiert

Mini-U-Boot: Luft reicht nur noch für 24 Stunden

In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit hat sich die russische Marine am Freitag um die Rettung von sieben Matrosen bemüht, deren U-Boot auf dem Meeresboden festsitzt.

Die Sauerstoffvorräte reichten nur für 24 Stunden, sagte Marinesprecher Kapitän Igor Digalo im staatlichen Fernsehen. Der Antriebspropeller des 13,5 Meter langen Mini-U-Bootes verfing sich am Donnerstag in einem Fischernetz, seitdem sind die Männer in 190 Metern Tiefe vor der sibirischen Halbinsel Kamtschatka gefangen.

Die Matrosen hätten noch Atemluft «für einen einzigen Tag», sagte Digalo. Zuvor war in verschiedenen Berichten von einem bis fünf Tagen die Rede gewesen. An Bord des U-Boots vom Typ AS-28 sind üblicherweise nur drei Besatzungsmitglieder.

Digalo bat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti die US-Marine um Hilfe bei der Rettungsaktion. Japan entsandte vier Schiffe, die vermutlich aber erst am Montag oder Dienstag an der Unglücksstelle eintreffen, wie ein Marinesprecher in Tokio erklärte.

Der Sprecher der russischen Pazifikflotte, Oberst Alexander Kosopalow, sagte, die Matrosen seien nicht verletzt, und die Marine stehe in Kontakt mit ihnen. Vor einem Rettungsversuch solle ein ähnliches U-Boot zunächst genauere Informationen über die Lage des so genannten Bathyskaphs liefern. In der Region seien neun Kriegsschiffe unterwegs, die bei der Rettung helfen könnten. Berichten zufolge liegt die AS-28 zwischen 75 und 200 Kilometer südlich der Hauptstadt von Kamtschatka, Petropawlowsk-Kamtschatski.

Der Unfall erinnert an die Katastrophe des Atom-U-Bootes «Kursk», das vor fast genau fünf Jahren während eines Manövers explodierte und in der Barentssee sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die russischen Behörden gerieten wegen ihrer Reaktion auf das Unglück damals heftig in die Kritik. (dapd)

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