Aktualisiert 07.10.2006 06:14

Minister nach Kämpfen um Zinnmine entlassen

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen um eine der wichtigsten Zinnminen in Südamerika hat der bolivianische Präsident Evo Morales am Freitag den zuständigen Minister Walker Villaroel entlassen.

Auch der Chef der staatlichen Bergbaugesellschaft Comibol muss gehen, nachdem bei Kämpfen rivalisierender Bergleute in Huanuni 16 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt worden waren.

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über die Beteiligung an den Bodenschätzen hatten hunderte Bergleute unabhängiger Kooperativen, die Anhänger des linksgerichteten Präsident Morales sind, die staatliche Mine 280 Kilometer südlich von La Paz gestürmt. Die in dem Bergwerk beschäftigten Arbeiter versuchten, die Kontrolle zurück zu erlangen. Erst nach der Entsendung von 700 Polizisten beruhigte sich die Lage.

Morales, der im Dezember als erster Indio an die Spitze des bolivianischen Staates gewählt wurde, setzt sich dafür ein, die arme indianische Bevölkerungsmehrheit an den Bodenschätzen des Landes mehr zu beteiligen. (dapd)

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