Selfie-Opfer : Minuten später fällt sie in den Grand Canyon
Aktualisiert

Selfie-Opfer Minuten später fällt sie in den Grand Canyon

Es gibt ein schönes Bild von Colleen Burns (35), wie sie die Aussicht über den Grand Canyon geniesst. Kurz darauf kostet sie ihre eigene Höflichkeit das Leben.

von
gux
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Für ein vermeintlich spektakuläres Foto setzen sich gewisse Leute äusserst brenzligen Situationen aus. Insgesamt gab es in den letzten Jahren 127 aufgezeichnete Selfie-Todesfälle, wie Forscher der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh herausgefunden haben.

Für ein vermeintlich spektakuläres Foto setzen sich gewisse Leute äusserst brenzligen Situationen aus. Insgesamt gab es in den letzten Jahren 127 aufgezeichnete Selfie-Todesfälle, wie Forscher der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh herausgefunden haben.

Niels Harlaar / Eyeem
Das letzte Foto von Colleen Burns am Grand Canyon. Nur Minuten später stürzte sie 122 Meter tief in die Schlucht, weil sie einem Mann Platz machte, der ein Selfie schiessen wollte. Wegen solcher Erinnerungsfotos kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Etwa ...

Das letzte Foto von Colleen Burns am Grand Canyon. Nur Minuten später stürzte sie 122 Meter tief in die Schlucht, weil sie einem Mann Platz machte, der ein Selfie schiessen wollte. Wegen solcher Erinnerungsfotos kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Etwa ...

Instragram
... am 29. Juni 2016, als ein deutscher Tourist über eine Sicherheitsabsperrung kletterte, um ein Selfie vor den Inka-Ruinen in Machu Picchu zu machen. Dann bat er andere, ein Foto von ihm zu schiessen, während er hochsprang. Dabei verlor der Mann das Gleichgewicht und stürzte einen hundert Meter tiefen Hang hinab.

... am 29. Juni 2016, als ein deutscher Tourist über eine Sicherheitsabsperrung kletterte, um ein Selfie vor den Inka-Ruinen in Machu Picchu zu machen. Dann bat er andere, ein Foto von ihm zu schiessen, während er hochsprang. Dabei verlor der Mann das Gleichgewicht und stürzte einen hundert Meter tiefen Hang hinab.

AP/Karel Navarro

Sie war lebensfroh und voller Tatendrang, sagen die Freunde von Colleen Burns. Sie sind noch immer fassungslos, wie die 35-Jährige aus Florida ihr Leben am Grand Canyon verlor: Burns ist mit einer Reisegruppe unweit des viel begangenen South Kaibab Trails im Grand Canyon unterwegs. Ein Foto zeigt sie am Rand sitzend, wie sie die wilde Schönheit der 450 Kilometer langen Schlucht im US-Bundesstaat Arizona geniesst.

Als eine neue Besucher-Gruppe an der Stelle ankommt und Fotos schiessen will, erhebt sich Burns und macht Platz – ein Akt der Höflichkeit, der sie das Leben kostet. «Ein Mann wollte ein Selfie schiessen und Colleen trat zur Seite, um ihm Platz zu machen. Sie stolperte und fiel rückwärts in den Canyon hinein. Wir konnten nichts machen, das waren die längsten, schlimmsten Sekunden in meinem Leben», sagt Jessica Roman, die mit Burns unterwegs war, zu US-Medien.

Zweiter tödlicher Unfall innert drei Wochen

Die Park Ranger entdeckten die Leiche der 35-Jährigen in rund 122 Metern Tiefe. Die Polizei ermittelt noch, geht aber von einem Unfall aus.

Es ist der zweite Todesfall innert drei Wochen am Grand Canyon: Am 27. Juni verunglückte der 23-jährige Jameson Whittaker aus Irvine, Kalifornien, tödlich, als er am Mather Point in die Tiefe stürzte. Die Polizei ermittelt gemäss «Arizona Republic» noch, wie es dazu kommen konnte.

Jedes Jahr besuchen rund fünf Millionen Menschen den Grand Canyon. Einer Sprecherin zufolge gibt es dabei jährlich bis zu drei tödliche Stürze, meist wegen Unachtsamkeit.

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