Corona-Fragebogen: «Mir fehlt die Nähe, die Menschlichkeit»
Aktualisiert

Corona-Fragebogen«Mir fehlt die Nähe, die Menschlichkeit»

Heute mit dem Boxer Arnold «The Cobra» Gjergjaj. Der 35-Jährige gewann 33 seiner 36 Kämpfe und wurde Schwergewichts-Europameister.

von
hua
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Marcel Bieri, Schwingen: «Ich habe mir einen kleinen Krafttrainingsraum eingerichtet, in welchem ich drei- bis sechsmal die Woche trainiere.»

Marcel Bieri, Schwingen: «Ich habe mir einen kleinen Krafttrainingsraum eingerichtet, in welchem ich drei- bis sechsmal die Woche trainiere.»

Arnold «The Cobra» Gjergjaj, Boxen:«Finanziell wird es uns alle irgendwann betreffen. Wir hoffen, dass die Krise dank der Isolation bald überstanden ist.»

Arnold «The Cobra» Gjergjaj, Boxen:«Finanziell wird es uns alle irgendwann betreffen. Wir hoffen, dass die Krise dank der Isolation bald überstanden ist.»

Keystone/Patrick Straub
Remo Käser, Schwingen:«Ich hab mich schon dabei erwischt, dass ich unbewusst zum Beispiel das Social Distancing von zwei Metern mal nicht eingehalten habe.»

Remo Käser, Schwingen:«Ich hab mich schon dabei erwischt, dass ich unbewusst zum Beispiel das Social Distancing von zwei Metern mal nicht eingehalten habe.»

Keystone/Anthony Anex

Wie sehr macht Ihnen das Coronavirus Angst?

Angst macht es mir nicht, aber ich bin vorsichtig. Ich musste mein Gym schliessen, ich trainiere selber auch nicht dort.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Lage auf Ihren Alltag?

Das Coronavirus hat nicht nur negativen, sondern auch positiven Einfluss. Finanziell ist es eher schwierig, dafür ist es familiär von Vorteil. Ich habe viel Zeit mit meinem Sohn und meiner Frau verbringen können. Wir müssen trotz Krise weiterarbeiten und das Positive herausnehmen. Uns geht es gut, wir sind gesund.

Halten Sie sich strikt an die Verordnungen und Empfehlungen der Behörden?

Ja, auf jeden Fall. Ich darf nicht nur auf mich schauen, sondern auch auf die Mitmenschen. Ich gehe älteren Menschen aus dem Weg, damit ich sie nicht gefährde. Ich meide den Kontakt mit Leuten.

Wie trainieren Sie derzeit?

Ich trainiere aktuell eigentlich nicht. Ich mache zu Hause einige Kraftübungen und gehe mit meiner Familie in den Wald spazieren. Mehr kann ich nicht machen, da ich mich vor sechs Wochen einer kleinen Operation unterziehen musste.

Für welche Tätigkeiten gehen Sie noch aus dem Haus?

Um Lebensmittel zu kaufen oder mit dem Sohn spazieren zu gehen.

Wie verbringen Sie in diesen Tagen Ihre Freizeit?

Mit meiner Familie. Ich koche viel, ich lerne viel über die Ernährung, ich bin immer neugierig.

Welche Corona-Challenge haben Sie bereits ausprobiert?

Wegen meiner OP habe ich das gelassen. Aber ich schneide mir beispielsweise selber die Haare (siehe Video).

Boxer Gjergjaj schneidet sich die Haare

Der Boxer kümmert sich selber um seinen Haarschnitt.
(Video: Arnold Gjergjaj)

Was fehlt Ihnen derzeit am meisten?

Menschen, die ich gerne treffe. Mir fehlen die Umarmungen, die Nähe, die Menschlichkeit.

Haben Sie wegen der Corona-Krise Existenzängste?

Ich musste ja mein Gym schliessen und bin mit dem Vermieter so verblieben, dass ich aktuell die Miete nicht zahle, sie aber später nachzahlen werde. Finanziell wird es uns alle irgendwann betreffen. Wir hoffen, dass die Krise dank der Isolation bald überstanden ist.

Wie schöpfen Sie in solchen Zeiten Zuversicht?

Alles hat ein Ende. Ich war als Junge in Kosovo im Krieg, das waren schreckliche Momente. Aber da hatten wir den Zusammenhalt der Familie, da gab es kein Social Distancing. Jetzt ist es wieder eine andere Situation.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Verbote aufgehoben werden?

Wieder Freunde treffen, Spass haben zusammen, trainieren, einen Grillabend machen, eine gute Zeit haben.

Welche Botschaft haben Sie an Ihre Fans?

Haltet euch an die Vorschriften wie bisher, macht nur das, was nötig ist, und ich hoffe, dass wir in zwei oder drei Wochen zur Normalität zurückkehren können.

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