Roger Federer: «Mir fehlt ein wenig das Selbstvertrauen»
Aktualisiert

Roger Federer«Mir fehlt ein wenig das Selbstvertrauen»

Nach dem erneut zu frühen Aus Roger Federers macht sich die Weltnummer 1 auf Fehlersuche und blickt in die Zukunft.

Roger Federer: «Ich freue mich jetzt, auf Sand zu wechseln.»

Roger Federer: «Ich freue mich jetzt, auf Sand zu wechseln.»

Die zwei Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami verliefen nicht nach Federers Gusto. Zweimal schied er trotz Matchball früh aus.

«Mir hat ein wenig das Selbstvertrauen gefehlt», versuchte Federer unmittelbar nach dem Match den Spielverlauf zu analysieren. «Vielleicht haben die Lungeninfektion und die lange Pause zwischen dem Australian Open und Indian Wells mir doch mehr zugesetzt, als ich gedacht hatte.» Die Schwächen, die sich Federer gegen Berdych leistete, betrafen vor allem die Konstanz. Im zweiten Satz spielte er nämlich hervorragend.

«Solche Niederlagen sind motivierend»

Die Weltnummer 1 zeigte sich enttäuscht. Er suchte die Fehler bei sich selbst: «Ich hatte sehr viele Chancen, den Match für mich zu entscheiden. Ich habe mein Bestes gegeben. Aber momentan läuft es einfach nicht besonders gut.» Federer weiss: «In den wichtigen Momenten entscheiden Details. Wenn es gut läuft, denkt man gar nicht darüber nach. Wenn es weniger gut läuft, beginnt man sich Fragen zu stellen.» Zumindest bei seinem Matchball im Tiebreak machte er nichts falsch. Berdych wehrte ihn stark ab. Der Weltrangliste-Zwanzigste war ohnehin ein Faktor in diesem Spiel. Er agierte stark, versuchte immer Druck auszuüben und zeigte sich für einmal auch nervlich belastbar.

Federer, der seit der Niederlage bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 acht Mal in Folge gegen Berdych gewonnen hatte, ärgerte sich über das enttäuschende Abschneiden in Indian Wells und Key Biscayne, sagte aber auch: «Solche Niederlagen sind - so komisch es tönt - sehr motivierend.» Federer-Niederlagen nach vergebenen Matchbällen waren zuletzt selten. Vor der Dreisatz-Niederlage gegen Baghdatis hatte er fast vier Jahre lang keine Partie auf solche Weise verloren.

«Ich freue mich jetzt, auf Sand zu wechseln»

«Ich freue mich jetzt, auf Sand zu wechseln», äusserte sich Federer ähnlich wie im letzten Jahr, als er nach einer Halbfinal-Niederlage gegen Novak Djokovic ebenfalls unbefriedigt aus Miami abreiste. Was dann folgte, war ein aussergewöhnlicher Sommer mit Siegen in Madrid, Paris und Wimbledon. Vor diesen drei Turnieren bestreitet der Schweizer in etwas mehr als einem Monat das Masters 1000 in Rom.

Spätestens in Madrid wird sich Federer wieder in Topform präsentieren müssen, um seine Weltranglisten-Führung erfolgreich zu verteidigen. Das frühe Out in Key Biscayne hat auf das Ranking keinen grossen Einfluss. Weil Novak Djokovic (ATP 2) und Andy Murray (ATP 3) bereits in der 2. Runde gescheitert sind, wird der Vorsprung Federers auf den ersten Verfolger am Montag sogar anwachsen.

Key Biscayne, Florida. ATP-Masters-1000- und WTA-Turnier (9 Mio. Dollar/Hart). Männer. Achtelfinals:

Tomas Berdych (Tsch/16) s. Roger Federer (Sz/1) 6:4, 6:7 (3:7), 7:6 (8:6).

Rafael Nadal (Sp/4) s. David Ferer (Sp/15) 7:6 (7:5), 6:4.

Robin Söderling (Sd/5) s. Fernando Gonzalez (Chile/9) 6:0, 6:7 (3:7), 6:2.

Fernando Verdasco (Sp/10) s. Marin Cilic (Kro/7) 6:4, 7:6 (7:3).

Viertelfinal-Tableau: Berdych (16) - Verdasco (10), Juschni (13)- Söderling (5); Tsonga (8) - Nadal (4), Roddick (6) - Almagro.

Frauen. Viertelfinal:

Marion Bartoli (Fr/13) s. Yanina Wickmayer (Be/12) 6:4, 7:5.

Halbfinal-Tableau: Bartoli - Venus Williams (3); Stosur (9)/Clijsters (14) - Henin/Wozniacki (2). (si)

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