Wirbelsturm «Fiona»: «Mir ist nur ein Koffer geblieben» – Schweizer verliert alles bei Hurrikan

Aktualisiert

Wirbelsturm «Fiona»«Mir ist nur ein Koffer geblieben» – Schweizer verliert alles bei Hurrikan

Der Wirbelsturm «Fiona» richtete in der Karibik schwere Schäden an. Ein Schweizer auf Guadeloupe hat alles verloren. 

von
Thomas Obrecht

Der Schweizer Randy T. lebt seinem Jahr auf Guadeloupe. «Der Hurrikan hat mein Haus zerstört. Ich habe alles verloren», sagt der 55-Jährige. 

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Darum gehts

Mit voller Wucht fegte der Hurrikan «Fiona» über die Karibik hinweg. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern hatte der Wirbelsturm dabei immense Schäden verursacht. Davon betroffen ist auch der Schweizer Randy T.* Der 55-jährige Elektroingenieur lebt seit einem Jahr auf Guadeloupe und war gerade dabei, sich auf der Insel ein neues Leben aufzubauen. «Ich habe mein ganzes Erspartes in ein Haus und eine nahegelegene Werkstatt investiert. Der Wirbelsturm hat nun alles zerstört», sagt T. 

Der Hurrikan traf letzte Woche in der Nacht auf Samstag auf Guadeloupe. Wie der 55-Jährige erzählt, weckte ihn kurz vor Mitternacht plötzlich sein Nachbar: «Er war völlig aufgeregt und meinte, dass ich mein Haus sofort verlassen muss, weil ich hier nicht mehr sicher sei.» Im Haus seines Nachbarn, welches leicht erhöht liegt und windgeschützt ist, habe er dann Schutz gefunden: «Es hat unglaublich gestürmt. Ich fühlte mich hilflos und hatte Todesangst», sagt T.

Am nächsten Tag dann der Schock: «Mein Haus stand drei Meter versetzt, war schief sowie teilweise mit Schlamm bedeckt und unbewohnbar», so T. Geblieben sei ihm lediglich ein Koffer mit Kleidern und einigen persönlichen Papieren sowie etwas Bargeld. Derzeit lebt er bei seinem Nachbarn. «Ich weiss nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe alles verloren», sagt T. Er überlege sich, mit dem übrig gebliebenen Geld ein Ticket zu kaufen und wieder langfristig in die Schweiz zurück zu kehren. «Ob ich das wirklich tun werde, weiss ich nicht. Ich habe in der Schweiz nichts mehr und wäre obdachlos.» 

Hurrikan hinterlässt Tod und Zerstörung

Der Hurrikan hinterliess in der Karibik Tod und Zerstörung. Bislang gab es vier Todesopfer. Ein Mann kam im französischen Überseedépartement Guadeloupe ums Leben. Im US-Überseegebiet Puerto Rico wurde ein Mann von einem Hochwasser führenden Fluss mitgerissen. In der Dominikanischen Republik erschlugen ein umstürzender Baum und ein Leitungsmast zwei Menschen. 

Der Wirbelsturm hatte sich nach Verwüstungen in Puerto Rico zu einem Hurrikan der Kategorie 4 ausgewachsen. Der Sturm war über die Dominikanische Republik und die Turks- und Caicosinseln hinweg gebraust und zog am Freitag an dem britischen Überseegebiet Bermuda vorbei in Richtung Kanada

Mit heftigen Regenfällen und Sturmfluten richtete der Wirbelsturm entlang der kanadischen Ostküste schwere Schäden an. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen. Premier Justin Trudeau kündigte am Samstag rasche Hilfe für die betroffenen Regionen an. Voraussichtlich ziehe der Tropensturm am Sonntag an Jamaika vorbei und nähere sich den Cayman-Inseln und dem Westen Kubas. Die zu erwartenden grossen Regenmengen könnten Sturzfluten verursachen. 

*Name der Redaktion bekannt

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Der Schweizer Randy T. lebt seinem Jahr auf Guadeloupe. «Der Hurrikan hat mein Haus zerstört. Ich habe alles verloren», sagt der 55-Jährige. 

Der Schweizer Randy T. lebt seinem Jahr auf Guadeloupe. «Der Hurrikan hat mein Haus zerstört. Ich habe alles verloren», sagt der 55-Jährige. 

20min/News-Scout
Wie T. erzählt, weckte ihn kurz vor Mitternacht plötzlich sein Nachbar: «Er war völlig aufgebracht und meinte, dass ich mein Haus sofort verlassen muss, weil ich hier nicht mehr sicher sei.»

Wie T. erzählt, weckte ihn kurz vor Mitternacht plötzlich sein Nachbar: «Er war völlig aufgebracht und meinte, dass ich mein Haus sofort verlassen muss, weil ich hier nicht mehr sicher sei.»

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Im Haus seines Nachbarn, welches leicht erhöht liegt und windgeschützt ist, habe er dann Schutz gefunden: «Es hat unglaublich gestürmt. Ich fühlte mich hilflos und hatte Todesangst», sagt T.

Im Haus seines Nachbarn, welches leicht erhöht liegt und windgeschützt ist, habe er dann Schutz gefunden: «Es hat unglaublich gestürmt. Ich fühlte mich hilflos und hatte Todesangst», sagt T.

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