Aktualisiert 03.03.2010 20:20

Tschäppäts wilde Siegesfeier

«Mir sind die Sicherungen durchgebrannt »

Nach dem samstäglichen YB-Sieg gegen den FC Zürich schwang sich der YB-Fan und Berner Stapi Alexander Tschäppät auf die Bühne und besang SVP-Grössen als «Motherfuckers». Gegenüber 20 Minuten Online erklärt er, was ihn dazu bewogen hat.

von
Joel Bedetti
Immer für einen guten Spass zu haben: Berner Stapi Alexander Tschäppät (unter der Bierdose) mit FC-Sion Fans.

Immer für einen guten Spass zu haben: Berner Stapi Alexander Tschäppät (unter der Bierdose) mit FC-Sion Fans.

Wie die Berner Zeitung Online gestützt auf Blogs heute berichtet, leistete sich der fussballbegeisterte Berner Stapi Alexander Tschäppät (SP) am vergangenen Samstag einen kleineren Fehltritt.

Nach dem 2:1-Sieg der Young Boys gegen den FC Zürich feierten hundert YB-Fans im Lokal Luna Llena. Dort spielte die Kultband Mani Porno auf. Der Sänger bat den populären Tschäppät auf die Bühne, wo er das Mikrofon in die Hand nahm und einen Song mit dem Refrain «Sämi Schmid Motherfucker» respektive «Christoph Blocher Motherfucker» mitgrölte.

Obwohl er am Telefon nicht so jovial wie auch schon klang, nahm sich Alexander Tschäppät ein paar Sekunden Zeit, sich gegenüber 20 Minuten Online zu erklären.

20 Minuten Online: Herr Tschäppät, wie fühlen Sie sich heute? Irgendwie verkatert?

Alexander Tschäppät: Nein. Das war Euphorie, es war Party, ich habe über die Stränge geschlagen. Ich muss aber sagen: Das Lied war nicht von mir, ich habe lediglich mitgesungen.

Haben Sie sich bei den «Motherfuckers» Blocher und Schmid schon entschuldigt?

Nein, derzeit noch nicht, aber das werde ich bald nachholen.

Schicken Sie denen Blumen oder Pralinen?

Nein, das vielleicht nicht gerade, aber in irgendeiner Form werde ich mich mit ihnen in Verbindung setzen.

Eigentlich schon erstaunlich: Wie kann man mit so viel politischer Erfahrung in ein solches Fettnäpfchen treten?

Ich sage nochmals: Ich war euphorisch, das war nicht böse gemeint. Es war so ein schwerer Match gegen Zürich, als wir gewonnen haben, sind mir kurz die Sicherungen durchgebrannt.

Glauben Sie, die Berner werden Ihnen den Auftritt verzeihen?

Ja. Ich denke nicht, dass das jetzt zum politischen Thema wird. Sie dürfen auch nicht vergessen, was Blocher schon an Tiraden ausgeteilt hat. Trotzdem: Es war unnötig.

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