Meister-Krise: FCZ-Präsident Ancillo Canepa droht Spielern mit Lohn-Streichung

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Meister-KriseFCZ-Präsident Ancillo Canepa droht Spielern mit Lohn-Streichung

Der kriselnde FCZ bleibt nach einer enttäuschenden Nullnummer gegen Winterthur in der Super League weiter sieglos. Nun soll am Montag ein Däne als neuer Trainer vorgestellt werden. 

von
Florian Gnägi

Auch gegen Winterthur reichts für den FCZ nur zu einem 0:0.

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Darum gehts

FCZ-Präsident Ancillo Canepa machte am Sonntag keinen Hehl daraus, dass er zurzeit stinksauer ist über die Leistungen seiner Mannschaft. Gegenüber blue meinte er bereits vor dem Kantonsderby gegen Winterthur im Interview: «Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich dann Ende Monat vielleicht auch mal sage, dass mir das Engagement und die Lust fehlt, um die Löhne zu zahlen».

Canepa ärgerte sich über die debakulöse Pleite zuletzt gegen Eindhoven und deutete an, dass wohl schon am Montag der neue FCZ-Trainer bekannt gegeben wird. «Ich denke, dass wir am Montag etwas kommunizieren können», so der Zürcher Club-Chef.

Neuer Trainer auf Flug Richtung Zürich gesichtet

Am frühen Montagmorgen meldet das dänische Portal «BT» nun, dass der Däne Bo Henriksen kurz vor der Unterschrift beim FCZ stehen soll. Offenbar soll es in den Verhandlungen zwischen dem 47-Jährigen und dem Meister nur noch um Details gehen.  Henriksen wurde am Montagmorgen am Flughafen Kopenhagen am Gate in Richtung Zürich gesichtet. Die Verkündigung als neuer Trainer dürfte im Verlaufe des Tages fix werden. Vor Henriksen sagten beim FCZ bereits die Wunschkandidaten Alexander Zorniger und Peter Stöger ab. 

Interims-Coach Genesio Colatrella bestätigte nach der Partie an der Pressekonferenz, dass die Trostlos-Nullnummer gegen Winti sein «momentan» letztes Spiel in der Super League gewesen sei. Für den Nachfolger des entlassenen Franco Foda steht eine Menge Arbeit an, denn der kriselnde Meister fand auch beim Kellerduell nicht in die Erfolgsspur zurück.

FCZler enttäuscht – Winti-Akteure zufrieden

Blerim Dzemaili sprach von einer «weiteren Enttäuschung» und meinte: «Mir tut es am meisten weh für die Fans, die jede Woche zahlreich ins Stadion kommen. Sie halten immer zu uns. Es ist enttäuschend, was wir für sie leisten.» Das Zürcher Urgestein zeigte sich sichtlich unzufrieden über die katastrophale Bilanz von vier Punkten aus zehn Spielen und analysierte: «Im Vergleich zu letztem Jahr fehlt uns einfach der Biss und die Qualität.» Teamkollege Marc Hornschuh war ebenfalls enttäuscht, attestierte seiner Mannschaft aber zumindest «von der Einstellung her», eine Reaktion gezeigt zu haben.

Während beim Stadtclub weiter Krisenstimmung herrscht, freute man sich beim FCW über den gewonnenen Zähler. «Für uns ist der Punkt grossartig», strahlte Trainer Bruno Berner und erklärte, dass es ihn besonders freue, endlich zu Null gespielt zu haben. Der frühere Leicester-Profi führte aus, dass er als aktiver Spieler viele solche zähen Partien erlebt habe. «Es war aber sicher nicht der Plan, so tief zu stehen», betonte Berner und fand, dass sein Team offensiv «noch zu wenig frech» agierte. «Was die Solidarität, das Kollektiv und die defensive Arbeit angeht,  konnten wir hingegen unsere Leistung von dem Sion-Spiel bestätigen», so der Nachfolger von Alex Frei weiter.

Grossen Anteil am Winterthurer Punktgewinn hatte  Abwehrchef Granit Lekaj, der in der 83. Minute mit einem Sliding Tackling im letzten Moment den Rückstand verhinderte. «Klar mache ich eine geile Grätsche, mit der ich das 0:1 verhindere, aber heute waren alle bei uns Helden, nicht nur ich», zeigte er sich bescheiden. Der Winti-Verteidiger sei zufrieden mit der Leistung seines Teams, sähe aber wie sein Trainer offensiv noch Luft nach oben.

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