Herber Rückschlag: Miserable Aussichten für Griechenland
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Herber RückschlagMiserable Aussichten für Griechenland

Das unter Rekordschulden leidende Griechenland gerät zunehmend in die Klemme. Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit des Landes auf die letzte Stufe vor der Ramschanleihe herab.

Weiterer Schlag für Griechenland.

Weiterer Schlag für Griechenland.

Wegen wachsender Sorgen um die Staatsverschuldung Griechenlands hat die internationale Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes erneut herabgestuft. Die weiteren Aussichten blieben negativ, erklärte Fitch am Freitag weiter. Zwar sei es wahrscheinlich, dass Griechenland Hilfe von aussen bekomme, doch die von der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Aussicht gestellte Finanzhilfe müsse transparenter gemacht werden.

Die Herabstufung auf BBB- ist ein weiterer herber Rückschlag für Griechenland. Sie verteuert die ohnehin schon kostspieligen Kredite, auf die das Land angewiesen ist, um dem Staatsbankrott zu entgehen. Eine weitere Herabstufung würde griechische Anleihen den Status von Schrottpapieren geben.

Trotz der wachsenden Unruhe auf den Finanzmärkten will Griechenland den IWF und die EU vorerst nicht um Hilfe zur Bewältigung seiner Schuldenkrise bitten. Das stellte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am Freitag klar. Zugleich bestätigte Papakonstantinou aber Diskussionen über den vor zwei Wochen beschlossenen Notfallplan der Eurogruppe für sein Land. «In den letzten Tagen hat es, wie vorgesehen, eine Präzisierung dieses Mechanismus gegeben», sagte Papakonstantinou.

Die Staaten der Eurozone hatten auf einem Gipfel am 25. März vereinbart, Griechenland im äussersten Notfall mit einer Kombination aus IWF- und bilateralen Krediten unter die Arme zu greifen. Dies soll aber erst geschehen, wenn sich Athen am Markt nicht mehr refinanzieren kann. Die Zinsen auf griechische Staatsanleihen sind in den vergangenen Tagen massiv gestiegen, der Risikoaufschlag im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen erreichte am Donnerstag mit 4,48 Prozentpunkten einen Rekord.

Bundesregierung: Sicherheitsnetz für den Notfall bereit

Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Michael Offer, erklärte am Freitag in Berlin, man könne keinen Grenzzinsatz festsetzen, ab dem der Katastrophenfall eintrete. Klar sei aber, dass das Sicherheitsnetz bereitstehe und in Notfall angewandt werde, sagte Offer. «Niemand sollte daran zweifeln, dass die Prozesse stattfinden, wenn es soweit ist.»

Ähnlich äusserten sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi am Freitag bei einem Treffen in Paris. «Griechenland hat unsere ganze Unterstützung», sagte Berlusconi. Sarkozy erklärte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, der gemeinsame EU-Notfallplan für Griechenland sei in Kraft. «Wir sind bereit, ihn zu jeder Zeit zu aktivieren», falls Griechenland darum bitte, sagte Sarkozy.

Neben einer eindeutigen Definition, wann der Notfallplan greifen könnte, lässt der Gipfelbeschluss vom 25. März weitere Fragen offen. So heisst es in der Erklärung, die bilateralen Kredite der Euro-Staaten dürften «kein Subventionselement enthalten». Strenggenommen müssten sie also zum marktüblichen Satz verzinst werden - der Griechenland ja gerade vor massive Probleme stellt.

(sda/dapd)

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