Miss USA: «Miss Hisbollah ist jetzt Miss USA»
Aktualisiert

Miss USA«Miss Hisbollah ist jetzt Miss USA»

Rechte Kommentatoren laufen Sturm gegen die erste muslimische Miss USA Rima Fakih. In ihren Augen liegt der Wahl falsche Political Correctness zugrunde.

von
tny

Miss-USA-Oberboss Donald Trump hat offenbar ein Händchen für problematische Kandidatinnen. Nachdem im vergangenen Jahr eine Kontroverse um Miss California Carrie Prejeans Ansichten zur Schwulenehe entbrannt war (20 Minuten berichtete), sorgt nun die Ernennung der arabischstämmigen Rima Fakih zur schönsten Amerikanerin für einen Sturm der Entrüstung bei rechtskonservativen Kommentatoren. Und das nicht wegen der am Dienstag aufgetauchten Poledancing-Bilder (20 Minuten berichtete).

«Es ist ein trauriger Tag für Amerika», schreibt zum Beispiel Debbie Schlussel, eine Radiomoderatorin. «Aber angesichts des politisch korrekten, islamfreundlichen Klimas in den USA hätte man das auch vorhersehen können.» Rima Fakihs Kandidatur sei von einem islamistischen Terroristen finanziert worden, sie selber unterstütze die Hisbollah, schreibt die Moderatorin weiter. Mit ihren üblen Anschuldigungen ist Schlussel bei weitem nicht alleine. Der konservative Blogger Daniel Pipes sieht gar ein aufkommendes Muster bei Schönheitswettbewerben in der westlichen Welt: «Die überraschende Häufung von Musliminnen, welche Schönheitswettbewerbe gewinnen, sieht verdächtig nach einer seltsamen Form von vorauseilendem Gehorsam aus», schreibt er und listet zur Beweisführung eine Reihe von Krönchenträgerinnen aus aller Welt auf.

Dass diese Anschuldigungen völlig aus der Luft gegriffen sind, ändert nichts daran, dass sie in weiten Kreisen der US-Gesellschaft auf offene Ohren stossen dürften. Und so schüren diese Kommentatoren einmal mehr den Konflikt zwischen den Religionen, statt die Wahl einer muslimischen Schönheitskönigin als eine Art der Emanzipation in einer freien Gesellschaft zu feiern.

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