Pflegeheim Adliswil: Missbräuche frei erfunden
Aktualisiert

Pflegeheim AdliswilMissbräuche frei erfunden

Im Alters- und Pflegeheim in Adliswil sind keine Bewohner missbraucht worden. Die Vorwürfe wurden von vier Mitarbeiterinnen aus persönlichen Gründen erfunden.

Das Resultat des externen Untersuchungsberichts, der am Freitag veröffentlicht wurde, ist brisant. Sämtliche in den Medien erhobenen Vorwürfe, dass Bewohnerinnen und Bewohner im Alters- und Pflegeheim Adliswil verbal und körperlich schlecht behandelt worden seien, hätten sich als haltlos erwiesen. Das erklärte Susy Senn, Stadträtin und Ressortvorsteherin Soziales der Stadt Adliswil, an einer Pressekonferenz.

Der Gang von vier Mitarbeiterinnen an die Medien sei rein persönlich motiviert gewesen und auf einen internen Konflikt zurückzuführen. Die vier Frauen wollten erreichen, dass zwei anderen Angestellten gekündigt wird.

Blaue Flecken gab es nicht

«Die vier Mitarbeiterinnen haben unverantwortlich gehandelt, indem sie mit Ängsten der Bewohner gespielt haben», sagte Senn. Die Stadt Adliswil habe wegen Amtsgeheimnisverletzung eine Strafanzeige eingereicht.

Die Administrativuntersuchung, auf welcher der Untersuchungsbericht basiert, leitete die Juristin Katharina Sameli. Sie hatte 2009 bereits Vorfälle im Stadtzürcher Pflegeheim Entlisberg untersucht.

Gegenüber dem Lokalsender TeleZüri hatte eine der Angestellten im letzten Herbst unter anderem berichtet, sie habe bei einer dementen Patientin blaue Flecken im Intimbereich entdeckt. Die Fälle seien an die Pflegedienstleitung weitergeleitet, dort aber vertuscht worden.

(sda)

Deine Meinung