Naiver Kleiderhersteller: Missbrauch bei H&M-Altkleider-Aktion
Aktualisiert

Naiver KleiderherstellerMissbrauch bei H&M-Altkleider-Aktion

Pro Altkleider-Sack kassiert man bei H&M einen 10-Franken- Gutschein – egal wie gross die Säcke sind. Diese Definitionslücke nutzten einige H&M-Kunden schamlos aus.

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ile/dp
20-Minuten-Selbstversuch: Vier kleine statt ein grosser Sack. Foto: aebi

20-Minuten-Selbstversuch: Vier kleine statt ein grosser Sack. Foto: aebi

Wer bei H&M seine gebrauchten Kleider abgibt, bekommt einen Einkaufsgutschein im Wert von 10 Franken. Damit will H&M Textilien in ihren «natürlichen Kreislauf» zurückführen und umweltbewussten Konsum fördern. Allerdings hat es die schwedische Modekette unterlassen, eine Mindestgrösse für die Säcke festzulegen. So bestätigt eine Verkäuferin im H&M Bern-Westside, dass vereinzelte Kunden mit zwanzig «Minisäcken» auftauchen und dafür ebenso viele Gutscheine kassieren – was den ehrlichen, ökologiebewussten Kunden nicht gerade erfreuen dürfte. Auch der 20-Minuten-Selbstversuch zeigt: Vier kleine Plastiksäcke wurden beim H&M an der Bahnhofstrasse in Zürich ohne zu zögern entgegengenommen und entschädigt.

Bei H&M zeigt man sich erstaunt: «Bisher haben wir ausschliesslich positives Feedback auf unser Recycling-Projekt erhalten», sagt Sprecher René Zibold. Bis Ende Jahr befinde man sich aber noch in einer Testphase, in der man sich neue Richtlinien, wie etwa eine Mindestgrösse für Säcke, durchaus überlegen könnte. Darauf habe man bisher verzichtet: «Wir sind vom gesunden Menschenverstand ausgegangen», sagt Zibold. Man nehme die Angelegenheit ernst und werde sie im Management besprechen.

Anfang Jahr wird entschieden, ob das Recyclingkonzept weitergeführt und auf andere Filialen ausgedehnt wird – mit oder ohne Mindestsackgrösse.

(ile/dp/20 Minuten)

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