Brutalo-Gang vor Gericht: Missbraucht und zu Abtreibungen gezwungen
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Brutalo-Gang vor GerichtMissbraucht und zu Abtreibungen gezwungen

Im britischen Oxford stehen neun Männer vor Gericht, die über Jahre hinweg Mädchen vergewaltigt und als Prostitutierte angeboten haben sollen. Das jüngste Opfer war erst elf Jahre alt.

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Die neun angeklagten Männer plädieren auf nicht schuldig. Der Prozess läuft. (Bildausriss: Daily Mail)

Die neun angeklagten Männer plädieren auf nicht schuldig. Der Prozess läuft. (Bildausriss: Daily Mail)

«Seien Sie vorbereitet. Was Sie in diesem Gerichtssaal hören werden, wird Sie erschüttern», sagte Staatsanwalt Noel Lucas den Geschworenen als Erstes. Am Dienstag begann in Oxford der Prozess gegen eine neunköpfige Gang, die acht Jahre lang Mädchen misshandelte und zur Prostitution zwang. Gegen die Männer im Alter zwischen 24 und 38 wurden insgesamt 79 Anklagepunkte erhoben. Die Einzelheiten seien «so pervers», dass Lucas die sieben Männer und fünf Frauen in der Geschworenenbank vorwarnen musste.

Die Kriminellen haben im Mai 2004 begonnen, junge Mädchen zu rekrutieren, um sie als Prostituierte anzubieten, schreibt die Zeitung «Daily Mail». «Wir reden hier von Mädchen im Alter von elf und zwölf Jahren, also Kinder», betonte Staatsanwalt Lucas in seiner Rede vor dem Strafgerichtshof. Die Angeklagten sollen den jungen Frauen «extremen körperlichen und sexuellen Gewaltakten ausgesetzt» haben. Dabei wurden die Mädchen gerade wegen des jungen Alters ausgewählt.

Die Details sind erschütternd

Die mutmasslichen Täter sollen die Mädchen ständig gedemütigt und gequält haben. Die Opfer seien mit Stöcken geschlagen, verbrannt, verkratzt, gewürgt und gebissen worden. Zudem seien sie mit Drogen – Kokain oder Heroin - gefügig gemacht worden. «Sie haben teilweise kaum mitbekommen, wie ihnen geschah», so der Ankläger. Die hilflosen Frauen wurden von den Tätern selber vergewaltigt - manchmal in Gruppen - oder anderen Männern gebracht, die sie missbrauchten. «Die Opfer wurden in Hotels im ganzen Land chauffiert. Die Freier durften alles mit ihnen machen».

Besonders pervers sei die Art und Weise gewesen, wie die Angeklagten ihre Opfer wählten: «Sie suchten nach jungen Mädchen aus verwahrlosten Familien oder aus Waisenhäusern», weiss Staatsanwalt Lucas. «Die Täter haben die Verletzbarkeit der Opfer ausgenutzt, weil sie genau wussten, dass niemand sich um sie kümmert.»

Der Alltag der Frauen sei «die Hölle auf Erden» gewesen, so Lucas weiter. Er schilderte zudem den Vorfall eines Mädchens, «etwa elf oder zwölf Jahre alt», dem mit «einem Gerät» eine unprofessionelle Abtreibung durchgeführt worden war. Allgemein sei Gewalt mit «Baseballschlägern, Fleischmessern und Stichwaffen angewendet» worden. Die Opfer wurde «tagelang» misshandelt und gequält, so dass an einer Flucht gar nicht gedacht werden könne.

Der Prozess wird einige Wochen dauern. Die Angeklagten plädierten alle auf nicht schuldig.

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