Kampfansage: «Mission Wiederaufstieg hat begonnen»
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Kampfansage«Mission Wiederaufstieg hat begonnen»

Die Ostschweiz ist am Boden zerstört, der stolze FCSG muss nächstes Jahr in der Challenge League kicken. Präsident Früh rappelte sich als Erster auf und spricht bereits vom Feiern.

von
feb

Der FC St. Gallen steht vor einem Scherbenhaufen - wieder einmal. Das gestrige Spiel gegen die Young Boys in Bern und der damit direkt verbundene Abstieg in die Challenge League war der Tiefpunkt einer Saison mit ganz, ganz wenigen Höhepunkten. Am Donnerstagmorgen war die Führung des Klubs deshalb um Schadensbegrenzung bemüht. Verwaltungspräsident Dölf Früh verkündete vor den Medien: «Der sofortige Wiederaufstieg ist Pflicht.» Es sei eine verkorkste Saison gewesen, eine Mischung aus Pech und Unvermögen führten laut Früh zum Fall.

Allzu lange mochte er aber nicht über die Vergangenheit sprechen und blickte rasch in die Zukunft. «Es ist heute der erste Tag der Operation Wiederaufstieg», so Früh. Weder der Trainer Jeff Saibene noch Sportchef Heinz Peischl müssen den Verein verlassen. Zusammen gehe es jetzt darum, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Und dann sprach Früh folgenden Satz aus.«Nach 30 Spielen werden wir eine Aufstiegsfeier erleben, wir wollen oben stehen, sportlich wieder erfolgreich und gesund sein.»

Spieler auswechseln und eine Million sparen

Wie er das genau bewerkstelligen will, führte Früh nicht detailliert aus. Das Budget für die erste Mannschaft soll um eine Million auf fünf Millionen gekürzt werden. Allerdings will der Verein Mittel aufbringen, um eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Dies versprach Früh. Er gehe davon aus, dass einige Spieler den Verein verlassen werden. «Mit einem grossen Teil des Kaders wollen wir aber weitermachen.» Weiter stellte er Verstärkung in Aussicht ohne Namen zu nennen. Sportchef Peischl ergänzte: «Wir werden Spieler verpflichten, die mit Leidenschaft, Herzblut und Dynamik für den FC St. Gallen kämpfen, Verantwortung übernehmen und nicht nur Individualisten sind.»

Viele Spieler werden wohl gehen

Allerdings werden wohl viele Spieler dem FC St. Gallen den Rücken kehren. Die Verträge von Daniel Beichler, Klemen Lavric, Adrian Winter, Marco Hämmerli, Fabian Frei und Fernando laufen aus, diejenigen von Jose Gonçalves, Kristian Nushi, Lukas Schenkel und Daniel Dunst haben nur für die Super League Gültigkeit.

Winter wechselt zum FC Luzern, Fabian Frei kehrt wohl zum FC Basel zurück. Was Captain Philipp Muntwiler macht, steht in den Sternen, ebenso was mit Torhüter Germano Vailati geschieht. Mit Gonçalves, Nushi, Hämmerli und Schenkel stehen Verlängerungsgespräche an, der Liechtensteiner Martin Stocklasa soll zum FCSG geholt werden.

Über 12 761 Zuschauer im Schnitt

Es steht also noch viel Arbeit an, um eine Mannschaft zu formen, die in der starken Challenge League ganz oben mitspielen kann. Wie viele Fans die Mannschaft an die Spiele in der zweithöchsten Liga begleiten werden, wird sich weisen. Dieses Jahr waren die Anhänger des Klubs auf jeden Fall mehr als nur Super League tauglich. Durchschnittlich kamen 12 761 Zuschauer an Heimspiele. Wenigstens in diesem Bereich war der FC St. Gallen Spitze. Nur Basel und die Young Boys hatten noch mehr Anhänger, die ihre Mannschaft Zuhause anfeuerten. In der Challenge League werden die Grünweissen in Sachen Zuschauermagnet einsame Spitze sein.

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