Mister Schweiz: Mister-Kandidat: Bluttat in Familie
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Mister SchweizMister-Kandidat: Bluttat in Familie

So heiter wie Delmarque lächelt kein anderer Mister-Kandidat in die Kameras. Dabei ist die Vergangenheit des Wallisers düster.

von
Yvonne Zurbrügg

Delmarque Vilela Gomes de Barros emigrierte mit 15 ­Jahren aus Afrika in die Schweiz. Ausgerechnet im reichen Land verlor er dann alles: Zuerst starb sein Vater durch eine mysteriöse Krankheit. Im Dezember 2000 machte ihn sein Schwager zum Vollwaisen. «Er erschoss meine Mutter, meine Schwester und schliesslich sich selbst», ­erzählte Delmarque (31) im Interview mit 20 Minuten. Den Scheidungsstreit in der ehelichen Wohnung in Sitten überlebte nur Teddy, der ­damals zwei Monate alte Sohn der Schwester, der in seinem Babybettchen schlief. Delmarques Brüder Abdul und Freddy, damals 14 und 9, ­verständigten die Polizei, als ­ihnen die Schwester am ­selben Abend die Tür nicht aufmachte.

Vier Vollwaisen: Das Drama veränderte Delmarques Leben und durchkreuzte seine Pläne. «Ich sagte dem portugiesischen Fussballklub, der mich engagieren wollte, ab und war für die drei Jungs da.» Später nahm eine Pflegefamilie den kleinen Teddy auf. «Er lebt heute ganz in meiner Nähe», so Delmarque.

Die Faszination für Sport verlor der Ronaldo-Fan nie – heute arbeitet er als Fitnesstrainer, bis vor einem Jahr trainierte er Fussball-Junioren. Der Mister Suisse Romande 2006 will Mister Schweiz werden, weil er jungen Leuten zeigen möchte, dass man auch mit einer schwierigen Vergangenheit viel erreichen kann: «Ich habe gelernt zu kämpfen. Und dankbar zu sein für das, was ich habe.»

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