Lo & Leduc: Mit «079» haben sie nur 100'000 Franken verdient

Aktualisiert

Lo & LeducMit «079» haben sie nur 100'000 Franken verdient

Absoluter Hitparaden-Rekord, Millionen von Streams und gefühlte Omnipräsenz im Radio – was bedeutet der Erfolg von «079» fürs Konto von Lo & Leduc? Wir haben nachgerechnet.

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shy
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Lo & Leduc haben es geschafft: Ihr Ohrwurm «079» ist seit 21 Wochen ununterbrochen an der Spitze der Schweizer Singlecharts. Das ist absoluter Rekord.

Lo & Leduc haben es geschafft: Ihr Ohrwurm «079» ist seit 21 Wochen ununterbrochen an der Spitze der Schweizer Singlecharts. Das ist absoluter Rekord.

Maximilian Lederer
«Wir haben vor ziemlich genau einem Jahr ein Lied geschrieben und es dann in einem Kellerstudio in Bern aufgenommen», sagen die Berner, «was unterdessen mit diesem Stück passiert ist, ist schlicht verrückt.»

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Ella Mettler
Vor ihnen war Ed Sheeran mit «Perfect» Schweiz-Charts-Spitzenreiter: 20 Wochen auf dem Musik-Thron. Den vormaligen Bestwert teilte sich der Engländer mit Luis Fonsi und Daddy Yankee und deren Welthit «Despacito».

Vor ihnen war Ed Sheeran mit «Perfect» Schweiz-Charts-Spitzenreiter: 20 Wochen auf dem Musik-Thron. Den vormaligen Bestwert teilte sich der Engländer mit Luis Fonsi und Daddy Yankee und deren Welthit «Despacito».

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21 Wochen in Folge auf Platz eins – absoluter Rekord für einen Song in der Schweizer Single-Hitparade. GfK Entertainment, welche die Charts erhebt, vermeldet, dass «079» von Lo & Leduc mit über 90'000 Verkäufen (Downloads mit Streams beigemischt) bereits vierfachen Platin-Status hat.

Und auf den gängigen Streaming-Portalen wie Spotify und Apple Music wurde der Ohrwurm nach Angaben von Bakara Music, dem Label von Lo & Leduc, schon 9,5 Millionen Mal abgespielt; eine Million davon kommt laut GfK trotz (oder gerade wegen?) berndeutschem Text aus Deutschland.

Wie schlagen sich diese beeindruckenden Zahlen eigentlich auf dem Kontoauszug der Band nieder? 20 Minuten hat mal den Rechenschieber ausgepackt.

Zahlenschieberei mit Downloads und Streams

Wir wollen zusammentragen, wie viel Geld «079» mit Downloads, Streams und Radio-Airplay eingespielt hat. Beginnen wir mit den Downloads. Die erwähnten 90'000 Verkäufe setzen sich aus Downloads und beigemischten Streams zusammen – um die ungefähre Anzahl der Downloads zu bekommen, müssen wir die umgerechneten Streams also von der Gesamtsumme abziehen.

Die GfK rechnet Streams aktuell mit einem Beimischungssatz von 1:220 zu den Verkäufen dazu. Sprich: Wird ein Song 220-mal gestreamt, entspricht das in der Hitparade einem Download. Von den 90'000 vermeldeten Verkäufen sind also 40'000 (8'500'000 Schweizer Streams durch Faktor 220 geteilt) umgerechnete Streams – und rund 50'000 sind reine Downloads.

Verkäufe: 33'000 Franken

Je nach Label- und Vertriebsdeal bekommen Künstler einen mehr oder weniger grossen Teil des Song-Verkaufspreises ausgezahlt. Wir orientieren uns hier an einem Betrag, den uns ein angefragter Musikmanager genannt hat und rechnen damit, dass Lo & Leduc von den 1.90 Franken pro verkauftem Lied auf iTunes etwa einen Drittel einstreichen dürfen.

Konkret sind das 0.65 Franken, was bei 50'000 «079»-Downloads etwa 33'000 Franken ergibt, welche direkt in die Bandkasse der Berner fliessen.

So klang «079» bevor es ein Hit war

Das Lied von Lo & Leduc als Sample. (Video: Tamedia)

So klang «079», als der spätere Hit erst eine Songskizze war. (Video: Tamedia)

Streams: 32'000 Franken

Auch bei der Vergütung von Streams wird mit verschiedenen Beträgen gerechnet; die Suisa, welche die Nutzungs- und Urheberrechte von Künstlern vertritt und geltend macht, gab 2015 an, dass Acts pro Stream 0.0018 Franken verdienen, oben erwähnter Musikmanager rechnet mit 0.005 Franken.

Wir nehmen die Mitte und gehen von 0.0034 Franken pro Stream aus. Bei 9,5 Millionen «079»-Streams bedeutet das ungefähr 32'000 Franken für Lo & Leduc.

Lukratives Airplay

Besagte Genossenschaft Suisa sorgt unter anderem dafür, dass Musiker von den Sendern eine Vergütung bekommen, wenn ihre Lieder im Radio gespielt werden. Abgerechnet wird pro angebrochene Song-Minute; «079» dauert drei Minuten und 24 Sekunden, es wird also mit vier Minuten gerechnet.

Wenn die öffentlich-rechtlichen Radiostationen der SRG einen Song abspielen, berechnet die Suisa laut eigenen Angaben etwa 2.50 Franken pro Minute (also zehn Franken fürs ganze Lied), bei grösseren privaten Sendern rund 1.50 Franken (sechs Franken pro «079»-Play) und bei alternativen Sendern wie LoRa wenige Rappen.

Radio-Plays: 35'000 Franken

Anfang Woche vermeldete SRF, dass «079» mittlerweile rund 6000-mal in der Schweiz über den Äther gegangen ist. Eine kurze Hochrechnung mit den Zahlen von Airplay.ch zeigt, dass SRF-Stationen den Song seit Release etwa 300-mal gespielt haben.

Ungefähr 5000 Plays kommen von grösseren privaten Sendern und den Rest machen die Alternativen aus. 300-mal zehn Franken plus 5000-mal sechs Franken ergibt rund 33'000 Franken, dazu kommt noch ein kleiner Betrag von den alternativen Stationen – das macht zusammen etwa 35'000 Franken an Suisa-Geldern für Radio-Airplays.

Rechnen wir die drei Posten zusammen, haben Lo & Leduc bislang etwa 100'000 Franken mit den direkten Einnahmen von «079» verdient.

Seit Sonntag hat «079» auch ein offizielles Musikvideo. (Quelle: Youtube/bakaramusic)

«079» beflügelt Konzert-Einnahmen

Die Suisa sorgt auch dafür, dass Künstler Geld für Songs bekommen, die sie an Konzerten und Festivals spielen. Da dies individuell ausgerechnet wird sowie Ticketpreise und Eventgrösse mit einfliessen, lassen wir diesen Posten bei unserer Hochrechnung weg – wir haben unseren grossen Taschenrechner eben grad der SRF-Data-Redaktion ausgeliehen.

Dank dem Erfolg von «079» können Lo & Leduc in Zukunft mehr und grössere Shows spielen, was mehr Suisa- und vor allem Gagen-Einnahmen bedeutet – mit Konzerten verdienen Musiker heute nämlich vor allem ihr Geld.

«Kosten fürs Album sind damit gedeckt»

«Das ist der finanziell interessante Aspekt an ‹079›», bestätigt Martin Geisser von Bakara Music. Er fügt an, dass die Produktionskosten des zugehörigen Albums «Update 4.0» sowie der Videoclips zu allen zwölf darauf enthaltenen Lieder durch den Erfolg dieses einen Songs gedeckt werden konnten.

Und: «Überdies haben Lo & Leduc damit sogar noch etwas verdient.» Da zur Band und damit zum Songschreiber-Team neben Lorenz Häberli und Luc Oggier auch ihr Produzent Dr. Mo gehört, dürfte dieses «etwas», das die Berner pro Kopf verdient haben, keine Riesensumme sein – aber es ist immerhin «etwas».

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