Tätigkeitsverbot missachtet: Mit 11-Jähriger ins Hallenbad – Mann (65) verurteilt

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Tätigkeitsverbot missachtetMit 11-Jähriger ins Hallenbad – Mann (65) verurteilt

Ein 65-Jähriger hat mehrfach ein gerichtlich verhängtes Tätigkeitsverbot missachtet, indem er wiederholt Ausflüge mit der elfjährigen Tochter von Freunden unternommen hatte. Er wurde per Strafbefehl zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt.

von
Jeremias Büchel
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Das Kreisgericht Toggenburg hatte den Mann 2021 verurteilt. 

Das Kreisgericht Toggenburg hatte den Mann 2021 verurteilt. 

20min/Jeremias Büchel
Auch ein Tätigkeitsverbot wurde ausgesprochen. Dagegen verstiess der Mann, weshalb ihn die Staatsanwaltschaft nun per Strafbefehl verurteilte. (Symbolbild) 

Auch ein Tätigkeitsverbot wurde ausgesprochen. Dagegen verstiess der Mann, weshalb ihn die Staatsanwaltschaft nun per Strafbefehl verurteilte. (Symbolbild) 

20min/Shannon Zangger

Darum gehts

  • Ein Pädokrimineller wurde im Frühling 2021 verurteilt, weil er unzählige Male verbotene Aufnahmen von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen konsumiert hatte. 

  • Auch ein Tätigkeitsverbot wurde ausgesprochen, welches dem Mann unter anderem die regelmässige Betreuung von Kindern untersagt. 

  • Trotzdem hat er mehrmals Ausflüge mit einer Elfjährigen gemacht. 

  • Kurz bevor er mit ihr in die Ferien reisen wollte, flog der Verstoss auf. 

  • Nun wurde der Mann deswegen per Strafbefehl verurteilt. 

An Heiligabend machte der heute 65-Jährige mit der Elfjährigen und einem weiteren Kind einen Ausflug in eine Spielhalle, damit die Eltern in dieser Zeit das Weihnachtsfest vorbereiten konnten, wie es im Strafbefehl der St. Galler Staatsanwaltschaft heisst. Weiter holte er das Mädchen im Februar für einen Ausflug in einen Indoorspielplatz und im März in eine Kinderspielhalle ab. Zudem verbrachte der Mann Ende März ein ganzes Wochenende mit dem Mädchen, inklusive Hallenbadbesuch. 

Das alles hätte er gar nicht machen dürfen. Denn der Mann wurde im April 2021 wegen des mehrfachen Konsums «harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen» vom Kreisgericht Toggenburg verurteilt. Laut «Toggenburger Tagblatt» hatte er fast unzählige Aufnahmen von sexualisierter Gewalt an Kindern abgespeichert. Als Strafe wurde ihm eine ambulante Therapie verordnet. Zuvor sass der Mann in einem Massnahmenzentrum ein. Das Gericht hatte dem Mann auch ein Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen auferlegt. Dagegen hat der Mann mit seinen Ausflügen mit dem elfjährigen Mädchen verstossen. Mehr noch: Er plante mit dem Kind Ferien im Tessin. Doch jemand schöpfte Verdacht und machte eine Meldung bei der Polizei, worauf das Verfahren wegen Verstosses gegen das Tätigkeitsverbot aufgenommen wurde. 

Unbedingte Geldstrafe

Die Ausflüge und Ferienpläne haben nun Konsequenzen. Der 65-Jährige wurde wegen der mehrfachen Missachtung eines Tätigkeitsverbots per Strafbefehl zu einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 60 Franken, also 3600 Franken, verurteilt. Bezahlt der Mann die Strafe nicht, muss er 60 Tage ins Gefängnis. Zudem muss der Mann Verfahrenskosten von 450 Franken übernehmen.   

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. 

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

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