Neerach ZH: Mit 14 Kilo Hanf inflagranti erwischt
Aktualisiert

Neerach ZHMit 14 Kilo Hanf inflagranti erwischt

Ein selbständiger Maler aus Neerach will nichts mit Drogen am Hut haben. Trotzdem wurde er kürzlich von der Polizei mit über 14 Kilogramm Marihuana erwischt.

von
Attila Szenogrady

Es war am vergangenen 27. März 2009, als ein heute 45-jähriger Maler aus Neerach am Vormittag in Zürich seinen Lieferwagen belud. Nicht etwa mit Kübeln und Farbe, sondern mit kiloweise Marihuana aus einer Indoor-Anlage. Der Schweizer Staatsangehörige wollte mit seinem Geschäftsfahrzeug rund 14,5 Kilogramm des Rauschgiftes nach Steinmaur transportieren. An die Adresse eines Kollegen, der die Ware übernommen hätte.

In flagranti und in Probezeit erwischt

War es bloss ein Zufall? Oder hatte jemand der Polizei einen heissen Tipp gegeben? Fest steht, dass der Neeracher niemals in Steinmaur ankommen sollte. Er wurde zusamen mit einem Komplizen nach dem Beladen seines Wagens in flagranti erwischt. Die Drogenfahnder stellten das Marihuana in acht Säcken sicher und leiteten ein Strafverfahren ein.

Geständig, aber…

Am Freitag musste sich der Zürcher Unterländer wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der Angeklagte zeigte sich zwar grundsätzlich geständig, versuchte aber seine Rolle zu verharmlosen. Er sprach bloss von einem spontan getroffenen Kollegendienst. Zunächst habe er gar nicht realisiert, dass es um Drogen gehe, sagte er. Dann habe ihn die Neugier gelockt, für einmal eine Plantage mit Marihuana zu sehen, erklärte er. Ansonsten habe er mit Drogen nichts am Hut.

Hohe Geldstrafe verlangt

Anders sah es der zuständige Zürcher Staatsanwalt. Er führte in seiner Anklageschrift auf, dass der Angeschuldigte erst im November 2007 von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Drogendelikten eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 130 Franken kassiert hatte. Womit der Beschuldigte prompt die Probezeit von zwei Jahren nicht bestanden hatte. Der Ankläger forderte deswegen neu eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagesätzen zu 130 Franken sowie 500 Franken Busse. Also eine Sanktion 15 600 Franken. Zudem den Widerruf der Vorstrafe von 7800 Franken.

Verteidiger für Milde

Anders sah es der zuständige Verteidiger Max Birkenmaier. Trotz des Rückfalls setzte er sich für eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 130 Franken ein. Zudem für einen Verzicht des angedrohten Widerrufes. Der Verteidiger verwies auf den seriösen Lebenswandel seines gesellschaftlich gut integrierten Klienten, zudem auf dessen untergeordnete Rolle beim geplanten Drogentransport. Deshalb habe der Angeklagte eine letzte Chance verdient, plädierte er. Noch ohne Ergebnis, da der Einzelrichter den Parteien das Urteil schriftlich zustellen will.

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