Aktualisiert 09.02.2015 17:58

Kreisgericht St. Gallen

Mit 169 km/h gerast – 21 Monate Gefängnis

Mit 169 km/h ist ein Junglenker im Mai 2014 in Gossau über die Landstrasse gerast. Sein Urteil: eine Freiheitsstrafe von 21 Monaten und eine Busse.

Das Kreisgericht St. Gallen. (Bild: dst)

Das Kreisgericht St. Gallen. (Bild: dst)

Der heute 22-Jährige fuhr an jenem Sonntagnachmittag im Mai 2014 ausserorts mit seinem Auto mehr als doppelt so schnell wie erlaubt über die Wilerstrasse von Gossau nach Niederwil. Signalisiert war eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Hinter ihm fuhr ein Kollege, der ebenfalls mit 169 km/h geblitzt wurde. Der 20-Jährige stand bereits vor knapp einem Monat vor Gericht. Er fuhr auch noch viel zu nahe auf. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte ihn damals zu 24 Monaten bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren und einer Busse von 2000 Franken.

Andere in Gefahr gebracht

Am Montag stand nun der zweite Raser vor Gericht. Der 22-jährige Schweizer konnte keinen plausiblen Grund nennen, weshalb er nach dem Überholen weiter beschleunigt hatte. «Es war reine Dummheit», sagte der Lebensmitteltechnologe.

Mit seiner rücksichtslosen Fahrt habe er andere in Gefahr gebracht, sagte der Richter. Für diesen Fehler müsse er nun gerade stehen. Er habe im Wissen gehandelt, dass die Strafen für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln verschärft worden seien.

Temposünder werden in der Schweiz seit Anfang 2013 härter bestraft. Die neue Rasergesetzgebung gilt unter anderem für Lenker, die in Tempo-30-Zonen über 70 Stundenkilometer fahren oder innerorts mit über 100 km/h, ausserorts mit über

140 km/h und auf der Autobahn mit über 200 km/h unterwegs sind.

Gefängnis bis vier Jahre

Raser müssen mit einer Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren, einem Fahrausweisentzug von zwei Jahren oder länger sowie der Beschlagnahme des Fahrzeugs rechnen.

Eine Strafe von 21 Monaten bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren sei angemessen, sagte die Staatsanwältin am Montag vor Gericht. Der Beschuldigte sei nicht vorbestraft und die Prognose «nicht besonders ungünstig». Hinzu kommt eine Busse von 2000 Franken. Diese sei notwendig, um dem jungen Mann den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Das beschlagnahmte Auto wird verkauft und der Erlös für die Verfahrenskosten verwendet.

Den 22-Jährigen belasten nicht nur Verfahrenskosten von rund 6500 Franken und die Busse von 2000 Franken, er hat auch noch Steuerschulden von rund 4000 Franken und muss einen Kleinkredit von 12'000 Franken zurückzahlen. Das Geld gab er für das schnelle Auto und eine neue Wohnungseinrichtung aus.

(sda)

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