14.02.2015 13:36

Iran

Mit 17 wurde er gefangen – jetzt soll er sterben

Im Iran soll ein im Alter von 17 Jahren festgenommener Kurde wegen Mitgliedschaft bei einer Rebellengruppe exekutiert werden.

von
nsa

Auf Twitter protestieren viele gegen die geplante Hängung von Saman Naseem.

Saman Naseem (20) sei darüber informiert worden, dass er kommende Woche gehängt werde, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Freitag mit. Sie forderte den Iran zum sofortigen Stopp der geplanten Hinrichtung auf. Die Todesstrafe gegen jemanden zu verhängen, der zum Zeitpunkt des angeblichen Verbrechens ein Kind gewesen sei, verstosse gegen internationales Menschenrecht, sagte der stellvertretende Direktor für den Nahen Osten bei Amnesty International, Hassiba Hadj Sahraoui.

Naseem war im Juli 2011 nach einem Feuergefecht zwischen iranischen Revolutionsgarden und Kämpfern der als Pejak bekannten kurdischen Rebellengruppe in der westiranischen Stadt Sardascht festgenommen worden. Er wurde ohne Zugang zu einem Anwalt in einer Haftanstalt des Geheimdiensts festgehalten, wie Amnesty mitteilte. Die Behörden werfen Naseem «Feindschaft zu Gott» und «Verdorbenheit auf Erden» vor.

Iranisches Gericht bestätigte Urteil

In einem Brief erklärte Naseem, dass er in Haft wiederholt geschlagen und an Händen und Füssen aufgehängt worden sei. Dann habe er mit verbundenen Augen seine Fingerabdrücke auf einem Dokument hinterlassen müssen, um sein angebliches Geständnis zu bestätigen.

Nach einem TV-Geständnis sei er im Januar 2012 zum Tode verurteilt worden. Zwar wurde der Richterspruch später vom obersten Gericht Irans annulliert, weil Naseem zum Zeitpunkt seiner Festnahme unter 18 Jahre alt gewesen sei. Doch ein anderes Gericht bestätigte das Todesurteil. (nsa/sda)

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