Vanabundos-Blog: Mit 2000 Franken im Monat um die Welt fahren
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Vanabundos-BlogMit 2000 Franken im Monat um die Welt fahren

Unsere Blogger reisen seit bald zwei Jahren im VW-Bus von Nord- nach Südamerika. Das muss ein Vermögen kosten, oder? Nein.

von
Gabriella Hummel
Bald zwei Jahre sind unsere Vanabundos-Blogger entlang der Panamericana unterwegs.

Bald zwei Jahre sind unsere Vanabundos-Blogger entlang der Panamericana unterwegs.

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Inzwischen hat sich ihr Budget bei 2000 Franken im Monat eingependelt.

Inzwischen hat sich ihr Budget bei 2000 Franken im Monat eingependelt.

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Trautes kleines Heim und Text-Büro zugleich: der VW-Bus Luz von innen.

Trautes kleines Heim und Text-Büro zugleich: der VW-Bus Luz von innen.

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Die haben doch bestimmt reiche Eltern, sonst kann man sich so was gar nicht leisten! Was wurde uns nicht schon alles nachgesagt. Gleichzeitig erhalten wir via Social Media oft die Frage: Wie viel kostet das eigentlich, so zu reisen wie ihr?

Die Antwort auf diese Frage lautet je nach Person, die man fragt, anders. Auf der Panamericana sind die Lebensentwürfe genauso unterschiedlich wie in jeder Stadt der Welt. Da gibt es Rentner, die sich ein 100'000-Franken-Wohnmobil auf LKW-Basis massschneidern lassen und mitsamt Waschmaschine jahrelang und sehr komfortabel reisen. Da gibt es Hippies, meist Argentinier, die mit irgendeinem Gefährt, das sie im Hinterhof des Onkels fanden, unterwegs sind und dabei Kunsthandwerk verkaufen. In Antigua, Guatemala, trafen wir ein Paar, das gemeinsam mit zwei Katzen in einem Citroën 2CV umherreiste.

Dazwischen findet sich alles andere – und wir. Zwei normale Menschen mit einem alten, aber sehr fahrtüchtigen und praktischen Camper, die lange auf diesen Traum der Langzeitreise gespart haben und nun von unterwegs aus arbeiten.

Die Balance machts aus

Auch wir fragten uns anfangs, wie viel Geld wir monatlich wohl brauchen würden. Wir schrieben also einige Menschen an und erkundigten uns nach ihrem Budget. Viele wichen der Frage aus und verwiesen auf die ganzen Variablen wie: Benzinverbrauch des Autos, Verschiffungskosten (die nach Volumen des Fahrzeugs verrechnet werden), eigene Vorlieben, Wildcamping oder Campingplatz, Reiseroute und so weiter.

Heute, nach bald zwei Jahren, können wir mit gutem Gewissen sagen: Mit 2000 Franken im Monat ist man dabei, inklusive allem. Das heisst, wenn man ungefähr unterwegs ist wie wir. Wir kochen oft selbst, kaufen eigentlich nur auf dem Markt ein, unser Camper ist vergleichsweise klein, wir campen ab und zu wild, versichert sind wir durch eine internationale Krankenversicherung (das heisst, wir sind abgemeldet in der Schweiz) und wir reisen recht langsam. Wir gehen auch regelmässig zum Mechaniker, essen bewusst gut auswärts und sind insgesamt nicht knausrig oder immer auf den günstigsten Preis aus. Am Ende ist es immer die Balance, die es ausmacht.

20 bis 30 Stutz pro Tag

In Lateinamerika haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, je nach Land nicht mehr als 20 bis 30 Franken täglich auszugeben. Dazu gehören Essen, Einkäufe, Übernachten und die kleinen Dinge wie Maut, Grenzgebühren oder Kaffee. So behalten wir unsere täglichen Ausgaben mehr oder weniger im Griff. Dazu kommen grössere Ausgaben wie Benzin, Mechaniker, Versicherungen aller Art, Verschiffungen, Ausflüge. In den USA waren unsere Ausgaben natürlich viel höher. Aber da wir in Lateinamerika oft keine 2000 Franken pro Monat brauchen, gleicht sich das auf die Länge der Reise in etwa aus.

Brad und Sheena van Orden sind ein Paar aus den USA, das seine Ausgaben während der dreijährigen Weltreise im VW-Bus akribisch notiert hat. Auf ihrer Website Drivenachodrive.com teilen sie alle Tabellen dazu. Sie verschifften ihren Bus mehrere Male von Kontinent zu Kontinent und reisten nicht nur durch Länder mit günstigen Lebenskosten. Ihre Reise kostete monatlich im Schnitt 3000 Franken, was überraschend wenig ist für die unglaubliche Strecke, die sie mitsamt Verschiffungen und Motorschaden hinter sich gebracht haben. Wer auf einem oder zwei Kontinenten bleibt, ist mit 2000 Franken monatlich sehr gut bedient.

Vanabundos Die Medienschaffenden Gabriella Hummel und Sandro Alvarez reisen seit Juli 2016 mit ihrem VW-Bus von Nord- nach Südamerika. In ihrem eBook beantworten sie die 100 häufigsten Fragen zum Leben und Reisen im VW-Bus nach einem Jahr on the road. Auf 20 Minuten und auf Instagram erzählen sie laufend von ihrer Reise.

Vanabundos Die Medienschaffenden Gabriella Hummel und Sandro Alvarez reisen seit Juli 2016 mit ihrem VW-Bus von Nord- nach Südamerika. In ihrem eBook beantworten sie die 100 häufigsten Fragen zum Leben und Reisen im VW-Bus nach einem Jahr on the road. Auf 20 Minuten und auf Instagram erzählen sie laufend von ihrer Reise.

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