Velvet Two Stripes: «Mit 27 entweder steinreich oder tot»
Aktualisiert

Velvet Two Stripes«Mit 27 entweder steinreich oder tot»

Als «coolste Band der Schweiz» starteten Velvet Two Stripes von null auf hundert. Der Absturz lässt sich allerdings schon erahnen, bevor sie ganz oben angekommen sind.

von
Neil Werndli

Die Weste von Musikern aus der Schweiz ist oft fast schon zu weiss. Skandale? Nöö. Drogeneskapaden? Wenn, dann hinter verschlossenen Türen. Die dreiköpfige Frauentruppe Velvet Two Stripes beweist jetzt aber, dass auch der hiesige Rock'n'Roll Dreck am Stecken hat. Auf ihrer Tour durch Österreich und Deutschland machte die «coolste Band der Schweiz» ordentlich Radau.

Letzte Woche wurden Velvet Two Stripes in Halle, Deutschland, gar aus einem Hotel geworfen. «Wir hatten ein bisschen Spass mit Toilettenpapier und haben die Nachbarn mit einer WC-Bürste bedroht», erzählt Sängerin Sophie. Was erst nach Skilager-Streich klingt, eskaliert aber relativ schnell. Irgendjemand habe versucht, sich an den Vorhang zu hängen. «Den haben wir dann runtergerissen. Oh und das Fenster ist auch kaputtgegangen», erinnert sich die Velvet Two Stripes-Sängerin.

Rauswurf und Polizei

«Wir wollten das alles gar nicht», betont Sophie. Sie seien halt nicht mehr ganz nüchtern gewesen. «Das ist einfach aus dem Moment entstanden und war keine Absicht.» Die Hotelbesitzer hätten dann das Zimmer gestürmt und die drei Mädels auf die Strasse gestellt. Die Polizei sei auch noch kurz vor Ort gewesen. «Wir sind dann mit den Jungs von der anderen Band in eine Bar gegangen», sagt Sophie über den Rest der Nacht. Rauswurf, Polizei, Bar-Übernachtung: Ein Rock'n'Roll-Klischee, wie es im Buche steht. An dieser Stelle sei betont: Velvet Two Stripes haben noch nicht einmal ihr Debütalbum veröffentlicht.

«Unsere Eltern fänden das nicht so schlimm»

Dass die Bandmitglieder alle kaum über 20 sind, hält sie offensichtlich nicht vom Absturz ab. Was ihre Eltern dazu sagen würden, weiss Sophie nicht so genau. Aber: «Die fänden das wohl nicht so schlimm – solange sie nicht bezahlen müssen.» Auf die Frage, ob auf Tour auch mit harten Drogen experimentiert wird, will die 20-jährige Sängerin nicht eingehen. Für ihre Zukunft hat Sophie allerdings ziemlich konkrete Pläne: «Mit 27 sind wir entweder steinreich oder tot.»

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