Aktualisiert 15.12.2010 22:44

Jörg ReberMit 36 Jahren der neue Star in der Nati

«Ich habe gut geschlafen», sagt der spätberufene Jörg Reber am Tag nach seinem Debüt gegen Frankreich. «Dass ich ein Teil der Nati sein darf, macht mich stolz!»

von
Marcel Allemann
Jörg Reber bei seinem Nati-Debüt am Dienstag gegen Frankreich. (Foto: Keystone)

Jörg Reber bei seinem Nati-Debüt am Dienstag gegen Frankreich. (Foto: Keystone)

Am Dienstag stellte Jörg Reber beim 2:1-Sieg unserer Nati gegen Frankreich einen Rekord auf. Mit einem Alter von 36 Jahren, sieben Monaten und acht Tagen ist der Verteidiger der älteste seriöse Nati-Debütant. Zwar erlebte Paul-André Ca­dieux 1990 mit 42 gegen Italien seine einmalige Nati-Feuertaufe – doch diese gehörte damals eher der Kategorie «selten so gelacht» an. Anders bei Reber: Mit seinen überragenden Leistungen (9 Tore und 12 Assists) in seiner insgesamt 20. Nationalliga-Saison hat sich der Verteidiger der SCL Tigers sein Aufgebot redlich verdient.

Trotzdem ist die Nati-Premiere von Reber eine märchenhafte Geschichte. Denn im Jahr 2001 verabschiedete sich der frühere Junioren-Internationale freiwillig aus der NLA (damals Rappi), um beim damaligen NLB-Klub Biel eine neue Herausforderung anzunehmen. Aus den geplanten ein bis zwei Jahren sind dann schliesslich sieben Jahre in der Versenkung der zweithöchsten Spielklasse geworden. «Ich bereue es aber überhaupt nicht, es war für mich eine wertvolle Erfahrung», sagt Reber rückblickend. Doch was hätte er während dieser Zeit gesagt, wenn ihm jemand sein spätes Nati-Debüt prophezeit hätte? «Ich hätte ihn gefragt, ob er mich verarschen will. Ich weiss zwar, dass in diesem Business viel möglich ist, aber das hätte ich wirklich nicht geglaubt», gesteht der Berner.

Doch der Traum ist tatsächlich wahr geworden. Inzwischen ist der unermüdliche Kämpfer als «Oldie»-Debütant so etwas wie die Hauptattraktion hinsichtlich der morgen in Herisau beginnenden Arosa-Challenge. Gedanken darüber, ob er sich längerfristig in der Nati behaupten kann, will sich Reber keine machen: «Das wird sich zu einem späteren Zeitpunkt zeigen. Für mich steht derzeit im Vordergrund, mich von meiner besten Seite zu zeigen, Spass zu haben und diese Woche zu geniessen.»

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