Aktualisiert 28.02.2014 13:04

Leserkommentare

Mit 500 Franken zur Traumwohnung

Die 20-Minuten-Leser haben ihre Erlebnisse bei der Wohnungssuche mit uns geteilt. Um eine neue Bleibe zu finden, schrecken Einzelne auch nicht vor Bestechung zurück.

von
Berit Gründlers

Wie eine Studie des Vergleichsportals Comparis zeigt, suchen Schweizer im Schnitt fünf Monate nach einer neuen Wohnung, zahlen häufig zu hohe Mieten und gehen bei der Traumbleibe Kompromisse ein. Die Auswertung unserer Frage an die 20-Minuten-Leser «Wie lange haben Sie nach Ihrer aktuellen Wohnung gesucht?» zeichnet wiederum ein anderes Bild als jenes der Studie: Nur gerade 11 Prozent waren vier bis fünf Monaten auf der Suche. 22 Prozent haben über sechs Monate gewartet, bis sie endlich umziehen konnten. Dagegen war ein Drittel in weniger als einem Monat in den neuen vier Wänden. Im Kommentarfeld scheiden sich die Geister. Von der langen, nahezu aussichtslosen Suche bis hin zum Superschnäppchen in wenigen Wochen haben die Kommentierenden ihre Erfahrungen bei der Wohnungssuche mit uns geteilt.

«Als Alleinerziehende ist es nahezu unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden.»

Dass es Einzelverdiener und Alleinerziehende besonders schwer haben, schreibt Doro: «Als alleinerziehende Mutter mit drei schulpflichtigen Kindern ist es nahezu unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Trotz 80-Prozent-Job und relativ gutem Lohn. Als ‹Alleinzahler› ist man meistens ganz unten auf der Liste der Vermieter – zu wenig Sicherheit. Ich stelle keine zu hohen Anforderungen an eine Wohnung und trotzdem bekomme ich nur beschönigende Worte zu hören, aber leider keinen Mietvertrag. Ich frage mich ernsthaft, wohin das noch führen soll.»

Diese Sorge teilt die kommentierende Rita, doch sie hat aus der Not eine Tugend gemacht: «Ich bin alleinerziehend und habe versucht, hier im Kanton Zug etwas Bezahlbares zu finden. Doch leider sind die Preise dermassen hoch, das kann und will ich mir nicht antun. Kurzerhand haben wir uns dann entschlossen, einfach die Zimmer neu zu möblieren und so optisch mehr Platz zu schaffen.»

«Schlimme Wohnungssuche in Zürich»

Die Studie zeigt auch, dass es ein Gefälle in Sachen Mietpreis, Anzahl Besichtigungen und Anzahl Bewerbungen zwischen den Wohnungssuchenden auf dem Land und in der Stadt gibt. Demnach besichtigen Städter bis zu doppelt so viele Wohnungen. Davon kann auch Leser H.Omie ein Lied singen. Er teilt folgende Erfahrung mit uns: «Wir sind seit einem Jahr auf Wohnungssuche in der Stadt Zürich und hoffen nun, auf den nächsten offiziellen Auszugstermin endlich etwas zu finden. Im Laufe des letzten Jahres wurden uns die schrecklichsten 3.5- und 4.5-Zimmer-Wohnungen für 4000 Franken im Monat angeboten.»

Rat für verzweifelte Städter hat Leser 0815: «Auf dem Land ist es nun einmal günstig. Klar ist man meist auf ein Auto angewiesen. Aber ich zahle für eine 3-Zimmer-Wohnung nur 750 Franken und fahre lieber 10 Minuten länger zur Arbeit, als 2000 Franken für eine zentrale Bleibe zu zahlen.»

«Durch einen Zufall die Traumwohnung gefunden»

Einige der 20-Minuten-Leser greifen zu eher ungewöhnlichen Mitteln, wenn es darum geht, die perfekte Bleibe zu finden. So wie Leserin Lara: Sie hatte eine besonders kreative Idee. «Wir haben uns einen Ort ausgesucht, wo wir wohnen möchten. Wir sind dann dort mal hingefahren, haben uns umgeschaut, uns mit einer fremden, ansässigen Person unterhalten, gesagt, wie schwierig es doch sei, hier eine Wohnung zu finden. Sie meinte: ‹Meine wird frei, möchten Sie sie besichtigen?› Krasser Zufall, aber die Wohnung war und ist noch immer der Hammer. Ziemlich neu, 5,5 Zimmer, direkte Seesicht, Bergsicht, keine Mietkaution, ruhig und einfach ein Traum. Da wollen wir nie wieder weg.»

Zu eher unorthodoxen Mitteln hat Leser Ein Cleverle gegriffen. «Ich habe auf der Suche nach meiner Traumwohnung dem Vermittler beim Besichtigungstermin 500 Franken in die Hand gedrückt – am gleichen Tag hatte ich die Zusage. Tja, gewusst wie.» Ob das der richtige Weg ist, sei dahingestellt, die 20-Minuten-Leserschaft goutiert diese Vorgehensweise nicht und bewertet diesen Kommentar als negativ.

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