Aktualisiert 06.09.2007 14:08

Mit 716'002 Tieren wurde experimentiert

In der Schweiz ist 2006 die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere um 1,7 Prozent angestiegen, dies im Gegensatz zur deutlichen Zunahme (10,6%) im Vorjahr.

2006 wurden 716 002 Tiere zu Versuchszwecken verwendet, gegenüber 704 129 im Jahr zuvor.

Abgenommen hat die Anzahl schwer belasteter Versuchstiere, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) am Donnerstag mitteilte. Das bestätige eine langjährige Tendenz. Für Kosmetika seien auch letztes Jahr keine Tiere eingesetzt worden.

Erstmals werden in der aktuellen Tierversuchsstatistik die bewilligungspflichtigen und die nicht bewilligungspflichtigen Tierversuche zusammengefasst. In bewilligungspflichtigen Versuchen wurden 542 414 Tiere eingesetzt, was verglichen mit 2005 (550 505) einer Abnahme um 1,5 Prozent entspricht.

Bei den nicht bewilligungspflichtigen Tierversuchen waren es 2006 173 588 gegenüber 153 745 im Vorjahr. Diese Zunahme um 13 Prozent ist laut dem dem BVET weitgehend auf eine grossangelegte Untersuchung bei Felchen zurückzuführen; 16 000 Fische wurden hierfür verwendet.

Erprobung neuer Medikamente

Schweren Belastungen ausgesetzt waren 2,4 Prozent der Tiere (2005: 2,7%). Die schwerbelastenden Versuche dienten insbesondere der Entwicklung und Prüfung neuer Medikamente (Tropenkrankheiten, Multiple Sklerose und andere) sowie toxikologischen Abklärungen (vor allem Ökotoxikologie mit Fischen).

Einem deutlichen Wachstum in der Grundlagenforschung (+8%) steht eine Abnahme in der angewandten medizinischen Forschung gegenüber (- 4%). Mehr als die Hälfte der Versuchstiere wurden in der Industrie eingesetzt, ein Drittel an Hochschulen und Spitälern.

Bei 83 Prozent der eingesetzten Tieren handelte es sich um Nagetiere wie Mäuse, Ratten, Hamster oder Meerschweinchen. Weiter wurden Vögel (inkl. Geflügel), Fische, verschiedene Haustierarten, Kaninchen, Amphibien, Affen und weitere Säugetiere verwendet.

(sda)

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