Mit 9,50 Euro zum Millionengewinn
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Mit 9,50 Euro zum Millionengewinn

37,7 Millionen Euro Rekordgewinn für nur 9,50 Euro Einsatz: Mit minimalem Aufwand hat offenbar ein Einzelspieler aus Westfalen den grössten deutschen Lotto-Jackpot geknackt.

Nur ein einziger Schein bundesweit hatte zur Samstagsziehung die Glückszahlen 28, 30, 31, 34, 41, 48 und die Superzahl 4 vereint, wie der Deutsche Lottoblock am Montag in Potsdam mitteilte. Gewissheit über den Glückspilz wird es erst geben, wenn er sich gemeldet hat.

Am Montag war zunächst nur bekannt, dass sich die millionenschwere Zahlenfolge auf einem Schein mit sechs angekreuzten Tippreihen befand. Der Spieler hatte Spiel 77 und Super 6 angekreuzt, als er den Schein bereits am 25. September in Westfalen abgab und für zwei Wochen Einsatz zahlte. Damals war der Jackpot gerade auf 21 Millionen Euro gestiegen. «Das riecht mir inzwischen danach, dass der Gewinner in Urlaub ist», mutmasste Westlotto-Sprecher Elmar Bamfaste nach Stunden des Wartens.

Die Funkstille allerdings deutet ebenso wie der geringe Einsatz auf einen Einzelgewinner hin, die Abwesenheit einer ganzen Tippgemeinschaft gilt als unwahrscheinlich. «Unser Glücksbote steht weiter Geldkoffer bei Fuss», sagte der Lotto-Sprecher. Gewinner haben 13 Wochen Zeit, um sich zu melden. Am Montagvormittag hatte zunächst ein Betrüger bei Westlotto angerufen und sich als Jackpot-Knacker ausgegeben. «Der konnte uns aber nicht mal die Nummer des Tippscheines sagen», erklärte Bamfaste.

Fortuna schüttete am Wochenende über weiteren zwölf Spielern grosse Beträge aus ihrem Füllhorn aus. Zwei Baden-Württemberger knackten den gut vier Millionen Euro schweren Jackpot beim Spiel 77 und kassieren jeweils 2,37 Millionen Euro. Bei 6 aus 49 gab es ausserdem zehn Mal sechs Richtige. Die Gewinner, zwei Baden-Württemberger und zwei Bayern sowie jeweils einer aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, teilen sich die Gewinnsumme der zweiten Klasse und erhalten je 590.000 Euro.

Über Wochen gewachsen

Die Jagd auf den Rekord-Jackpot bescherte dem Lottoblock die höchsten Einnahmen seit der Euro-Einführung und die zweithöchsten überhaupt. 148,3 Millionen Euro setzten die Spieler zur Samstagsziehung ein. Das waren 55 Prozent mehr als noch eine Woche zuvor, als bereits 27 Millionen Euro im Topf waren. Im Schnitt werden samstags nur knapp 69 Millionen Euro gesetzt. Wegen des hohen Einsatzes hatte sich der Jackpot dieser Woche gegenüber der Prognose von 35 Millionen Euro nochmals um 2,7 Millionen Euro erhöht.

Beim Run auf die Annahmestellen wurden bundesweit für diese Ziehung 197,7 Millionen Tippreihen angekreuzt. «Es heisst ja immer, die Wahrscheinlichkeit für den Jackpot liege bei eins zu 140 Millionen», sagte Kerstin Lehmann von Lotto Brandenburg lachend. «Dann musste ja diesmal ein Gewinner dabei sein.»

Der Rekord-Jackpot hatte sich über Wochen aufgebaut, da es seit dem 30. August keinen Gewinner in der höchsten Gewinnklasse gegeben hatte. Erst in der zwölften Ziehung wurde er geknackt. Hätte bis zur 15. Ziehung am 18. Oktober niemand die erste Gewinnklasse mit sechs Richtigen plus Superzahl erreicht, wäre die Jackpot-Summe der zweiten Gewinnklasse mit sechs Richtigen zugeschlagen worden.

Im internationalen Vergleich nimmt sich der deutsche Lotto-Rekord allerdings eher bescheiden aus. Vor allem in den USA hat es schon oft dreistellige Millionengewinne gegeben. Dort kassierte im vergangenen Februar eine Tippgemeinschaft aus acht Fleischereiangestellten den weltweit bisher grössten Jackpot mit 365 Millionen Dollar (307 Millionen Euro).

(dapd)

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