Entwicklungshilfe: Mit Agrarwissen der Migration vorbeugen
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EntwicklungshilfeMit Agrarwissen der Migration vorbeugen

Die nigerianische Landwirtschaft soll mit schweizerischem Know-how produktiver werden. Ziel der Kooperation: die Abwanderung soll gebremst werden.

Die in der Schweiz ausgebildeten nigerianischen Agrarexperten sollen ihr Wissen in der Heimat weiter vermitteln. (Im Bild: Unterricht unter freiem Himmel in Nordnigeria nach einer Überschwemmung im September 2010).

Die in der Schweiz ausgebildeten nigerianischen Agrarexperten sollen ihr Wissen in der Heimat weiter vermitteln. (Im Bild: Unterricht unter freiem Himmel in Nordnigeria nach einer Überschwemmung im September 2010).

Die Schweiz weitet ihre Migrationspartnerschaft mit Nigeria auf den Bereich der landwirtschaftlichen Berufsbildung aus. Schweizer Experten sollen Lehrpersonen aus dem afrikanischen Land Wissen vermitteln, das diese ihren Studenten weitergeben.

Von Schweizer Seite werden Fachleute der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE bei mitmachen, wie das Bundesamt für Migration (BFM) am Donnerstag mitteilte.

Seit Beginn der Migrationspartnerschaft mit Nigeria im Februar 2011 ist es das erste Projekt im Bereich Landwirtschaft und Bildung. Bereits am Laufen sind zwei Pilotprojekte zur Polizeikooperation zwischen den Ländern. Im Zentrum steht die Bekämpfung des Drogenhandels in der Schweiz.

Workshops werden gemeinsam erarbeitet

Bei dem neuen Projekt wird nun ein anderer Hebel angesetzt. Es gehe vor allem darum, in Nigeria «Kapazitäten aufzubauen», sagte der Leiter der Task Force Nigeria im BFM, Marc Elsaesser. Das Bildungsniveau im Sektor Agrarwirtschaft soll gehoben werden, was unter anderem dazu beitragen soll, dass die Nigerianer ihre Nahrungssicherheit besser gewährleisten könnten.

Konkret läuft das Projekt so ab, dass Lehrpersonen von universitären Hochschulen aus Nigeria in die Schweiz kommen. Diese erarbeiten gemeinsam mit den HAFL-Experten Inhalte für weiterbildende Workshops, die ab Anfang 2013 an den Hochschulen in Nigeria von den heimischen Lehrkräften abgehalten werden.

Abwanderung entgegenwirken

Als Voraussetzung stellt das BFM, dass die afrikanischen Lehrpersonen mindestens sechs Jahre Berufserfahrung im landwirtschaftlichen Bereich aufweisen, sagt Elsaesser gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Anlaufen soll das Projekt bereits in dieser Woche.

Das langfristige Ziel von Aktionen wie dieser ist es gemäss BFM- Communiqué, die Lebensumstände der nigerianischen Bevölkerung zu verbessern und damit der Abwanderung entgegenzuwirken.

Sonderflüge zur Rückführung von abgewiesenen Asylbewerbern wären dann im Idealfall nicht mehr nötig. Der vorerst letzte Sonderflug nach Nigeria ist laut Elsaesser am 4. September durchgeführt worden. Ob es dieses Jahr noch einen weiteren geben werde, sei derzeit noch nicht klar. (sda)

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