Aktualisiert 22.12.2012 11:20

Duell der Karten-AppsMit Apple Maps verläuft man sich drei Mal häufiger

Ist Apple Maps so schlecht wie sein Ruf? Im Praxistest mussten die Kartendienste von Apple, Google und Microsoft zufällig ausgesuchte Adressen finden. Es gibt einen klaren Verlierer.

von
owi

Wie schneidet Apple Maps im Vergleich mit Googles und Microsofts Kartendiensten ab? Um die Frage zu beantworten, pickte das Crowdsourcing-Unternehmen CrowdFlower 1000 zufällig ausgewählte Firmenadressen aus den USA, respektive 100 Adressen aus Grossbritannien heraus. Zunächst wurde untersucht, wie viele Restaurants, Hotels, Läden oder andere Unternehmen die Kartendienste finden.

Google hat den Dreh raus

Klarer Sieger ist Google mit je neun von zehn gefundenen Adressen in den USA und Grossbritannien. Bing Maps von Microsoft hält in den USA mit 79 Prozent Treffern einigermassen mit, findet im Vereinigten Königreich aber nur 57 Prozent der gesuchten Unternehmen. Apple Maps ist in den Vereinigten Staaten zu 74 Prozent erfolgreich, in England sinkt die Trefferquote auf unter 50 Prozent.

Doch auch wenn die Adressen gefunden werden, heisst dies noch lange nicht, dass man letztlich an der richtigen Stelle ankommt. Im zweiten und wichtigeren Test wurde daher verglichen, ob die Kartendienste die gefundenen Adressen richtig auf der Karte positionieren. Auch in diesem Test geht Apple Maps als klarer Verlierer vom Feld.

Apple Maps mit Orientierungsproblemen

Auf der Insel verläuft man sich in 30 Prozent aller Fälle, wenn man eine Firmenadresse sucht und auf Apples Kartendienst vertraut. Google Maps und Bing Maps führen ihre Nutzer hingegen nur in drei, respektive fünf Prozent der Fälle an der Nase herum.

Zu sagen ist, dass alle drei Karten-Apps in den USA deutlich zuverlässiger arbeiten, da die Online-Karten in England oft keine genaue Strassennummer finden. In den Vereinigten Staaten zeigt Apple Maps ein Restaurant oder einen Shop zu gut drei Prozent an einem falschen Ort an, Google und Microsoft sind mit nur einem Fehlerprozent drei Mal zuverlässiger.

Wie gross ist also die Chance, mit einer Karten-App eine beliebige Firmenadresse zu finden, die zudem richtig auf der Karte vermerkt ist? In den USA findet man sein Ziel mit Apple Maps mit einer 71-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Mit Google oder Microsoft kommt man zu 88, beziehungsweise 78 Prozent am richtigen Ort an. In England führt Apple Maps zu 33 Prozent ans Ziel, verglichen mit 88 Prozent für Google und 55 Prozent für Bing.

Sehenswürdigkeiten werden besser gefunden

Die vollständigen Resultate sind im Firmenblog von CrowdFlower publiziert. Relativierend ist zu sagen, dass der Test für Online-Kartendienste sehr schwierig war. Während Adressen von Sehenswürdigkeiten in der Regel konstant bleiben, wechseln Adressen von Unternehmen weit häufiger. Gerade kleine Firmen existieren oft nur wenige Jahre, was ebenfalls zu Fehlern in den Datenbanken der Karten-Hersteller führen kann.

Apple Maps ist Ende September zusammen mit dem Betriebssystem-Update iOS 6 für das iPhone erschienen und ersetzte Google Maps als Standard-Kartendienst. Die Karten-App steckte aber anfänglich voller falscher Ortsnamen, verzerrten Landschaften und Satellitenbilder, die Betrachter an den Weltuntergang glauben liessen. Inzwischen hat Google seine Karten-App zurück auf das iPhone gebracht. Sie kann im App Store gratis heruntergeladen werden.

Nichts verpassen

Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.