Neun Schweizer Hockey-Asse – Mit Bald-Papi Hofmann und Josi – für die NHL-Schweizer gehts los
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Neun Schweizer Hockey-AsseMit Bald-Papi Hofmann und Josi – für die NHL-Schweizer gehts los

Die neue NHL-Saison beginnt am Dienstag – neun Schweizer sind in der stärksten Eishockey-Liga der Welt aktuell aktiv.

von
Adrian Hunziker
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Das C prangt stolz von der Brust: Roman Josi (31) ist der Captain der Nashville Predators. 

Das C prangt stolz von der Brust: Roman Josi (31) ist der Captain der Nashville Predators.

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Einiges jünger ist der Captain der New Jersey Devils: Nico Hischier ist erst 22, aber bereits der Anführer der Teufel. 

Einiges jünger ist der Captain der New Jersey Devils: Nico Hischier ist erst 22, aber bereits der Anführer der Teufel.

USA TODAY Sports
Nino Niederreiter startet in seine vorerst letzte Saison mit den Carolina Hurricanes – der Churer spielt um einen neuen Vertrag. 

Nino Niederreiter startet in seine vorerst letzte Saison mit den Carolina Hurricanes – der Churer spielt um einen neuen Vertrag.

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Darum gehts

  • Die neue NHL-Saison startet am Dienstag.

  • Neun Schweizer wollen in der besten Liga der Welt ein Wörtchen mitreden.

  • Roman Josi und Nico Hischier führen ihre Teams als Captains an.

Das neuste NHL-Team, die Seattle Kraken, debütieren bereits am ersten Spieltag der neuen Saison. Zuvor heisst aber der Titelverteidiger Tampa Bay Lightning die Pittsburgh Penguins willkommen. In der zweiten Partie am Dienstag ist Seattle bei den Vegas Golden Knights zu Gast.

Der erste Schweizer, der in der neuen NHL-Saison zum Einsatz kommt, wird Philipp Kurashev sein. Der Zürcher startet mit seinen Chicago Blackhawks am Mittwoch in Denver gegen die Colorado Avalanche. Neben Kurashev sind neun weitere Schweizer aktuell in einem NHL-Team aktiv. Einige weitere müssen sich zuerst in der AHL beweisen, bevor sie eine Chance auf der ganz grossen Bühne bekommen. Wir stellen die Schweizer Starter und Hoffnungsträger vor.

Schweizer in der NHL

Roman Josi (Nashville Predators): Der Berner ist der wohl grösste Schweizer Star in der NHL. Der 31-Jährige ist der Captain der Nashville Predators, besitzt einen Vertrag bis 2028 und strebt zum achten Mal in Serie mit den Preds einen Playoff-Platz an. «Viele Leute wollen einem erklären, wie man eine Mannschaft anführt und was einen guten Anführer ausmacht. Aber ich denke, es gibt einen Grund, warum jemand zum Captain ernannt wurde. Die besten Führungskräfte sind diejenigen, die authentisch sind», erklärt Josi.

Nico Hischier (New Jersey Devils): 2017 wurde der Walliser als erste Schweizer Nummer eins im Draft gezogen – eine Sensation. Erfolge konnte Hischier mit den Devils bisher aber nur selten feiern. Zu schwach war entweder das Team oder der Schweizer war verletzt. Nun ist der 22-Jährige höchstmotiviert und will als Captain Verantwortung übernehmen. «Ich habe mich gefreut, zurückzukehren. Es geht zurück zur Normalität. Bis letztes Jahr war ich nie wirklich verletzt. Es ist immer gut, wenn du gesund bist. Ich fühle mich gut und freue mich sehr auf die neue Saison», sagt Hischier. Sein Trainer Lindy Ruff attestiert ihm: «Für mich ist er ein wahrer Anführer für dieses Team und das hat er schon gezeigt. Auch als er nach der Gesichtsverletzung zurückgekommen ist, hat er seinen Körper wieder hinter die Pucks gestellt und versucht, der Spieler zu sein, der alles dafür gibt, damit unser Club ein Eishockeyspiel gewinnen kann.»

Nino Niederreiter (Carolina Hurricanes): Es ist das letzte Vertragsjahr für den 29-Jährigen bei den Hurricanes – ausser der Bündner zeigt wie bereits in der letzten Saison konstant gute Leistungen für Carolina. Dann stünde einer Vertragsverlängerung nicht mehr viel im Weg. «Ich habe in diesem Sommer viel investiert, sodass ich glaube, dass es gut kommt. Aber es kommt, wie es kommen muss», sagte Niederreiter der «Südostschweiz». Und er fügte an: «Ich hoffe schon, dass ich nochmals für einige Jahre unterschreiben kann.» Ob das bei den Canes sein wird oder nicht, wird sich zeigen.

Kevin Fiala (Minnesota Wild): «Wir sehen diese Spieler langfristig hier. Sie sind Teil des Fundaments unserer Organisation und unseres Teams. Man konnte auf dem Eis sehen, dass sie Anführer für unsere Mannschaft sind, ob sie es wollen oder nicht, immerhin sind sie noch jung», sagt Bill Guerin, General Manager der Wilds. Einer dieser drei angesprochenen Spieler ist Kevin Fiala. Zwar läuft auch der Vertrag des 25-jährigen St. Gallers in einem Jahr aus, doch man scheint gewillt, ihn zu halten – aus gutem Grund. «Er ist ein Spieler, der absolut durchstarten kann. Er ist absolut tödlich, locker ein Spieler, der einen Punkt pro Spiel liefern kann und wenn man solche Spieler in jedes Spiel schicken kann, ist das für die anderen beängstigend», lobt Marcus Foligno, Teamkollege und Assistenz-Captain. Trotzdem weiss Fiala, wo er sich noch verbessern kann: «Ich will konstant sein und in jedem Wechsel, auch in der Abwehr, kämpfen. Aber es gibt noch so viel mehr. Ich will meinen Schuss verbessern. Ich will mehr Tore schiessen. Es gibt also vieles, an dem ich arbeite.»

Timo Meier (San Jose Sharks): Noch besser werden will auch Timo Meier. Der 25-jährige Herisauer hat vor, sich vor allem defensiv zu steigern. «Das Spiel ohne Puck ist immer etwas, wo ich noch einen Schritt nach vorne machen möchte, um noch mehr Verantwortung zu bekommen.» Meier strebt mit seinen Sharks einen Playoff-Platz an, das ging in den letzten zwei Saisons schief.

Jonas Siegenthaler (New Jersey): Der 24-Jährige ist neben Hischier der zweite Schweizer in den Reihen der Devils. Der Verteidiger wechselte in der letzten Saison von den Washington Capitals nach New Jersey, nun steht seine erste komplette Spielzeit mit den Devils an. Siegenthaler strebt dabei wieder mehr Einsatzzeit an, absolvierte er in der vergangenen Saison doch gerade mal 15 Partien. «Die letzte Saison war schwierig, ich musste bei den Devils ein neues System lernen. Dieses Mal war es viel einfacher, ich fühle mich nun viel sicherer.»

Pius Suter (Detroit Red Wings): Kurashev blieb nach seiner starken Debüt-Saison bei den Hawks, Suter zog es nach 27 Skorerpunkten weiter. Der 25-Jährige steht neu in Detroit unter Vertrag. Und der Zürcher konnte in der Vorbereitung für die Red Wings überzeugen. Suter schoss in fünf Vorbereitungsspielen zwei Tore und gab drei Assists – so kann es weitergehen.

Dean Kukan (Columbus Blue Jackets): Seit 2015 spielt Kukan für die Blue Jackets, mit einigen Abstechern in die AHL. Beim Expansion-Draft – neu geformte NHL-Teams dürfen sich bei allen anderen Mannschaften einen Spieler aussuchen, der nicht geschützt ist – wählte Seattle Kukan nicht aus, also absolviert der 28-Jährige eine weitere Saison in Columbus. Denn Kukan überstand den letzten Spieler-Cut – und gehört zum 23-Mann-Kader, der am Donnerstag gegen die Arizona Coyotes in die Saison startet. Der Vertrag des Verteidigers läuft Ende Saison aus.

Gregory Hofmann (Columbus Blue Jackets): Auch der Bern-Jurassier überstand den Cut, gemeinsam mit Kukan. Somit steht dem Debüt des 28-Jährigen, der in der vergangenen Saison noch mit dem EV Zug Schweizer Meister geworden war, nichts mehr im Weg. Und noch eine gute Nachricht: Hofmann wird bald erstmals Vater.

Luca Sbisa (Anaheim Ducks): In der abgelaufenen Saison bestritt der Zuger gerade mal eine Partie für die Nashville Predators, aktuell besitzt der 31-Jährige keinen Vertrag bei einem NHL-Verein. Wie aber thehockeywriters.com berichtet, soll Sbisa bei seinem ehemaligen Club Anaheim Ducks – für die Ducks spielte er von 2009 bis 2014 – als Staff-Mitglied verpflichtet worden sein. Ausserdem wird auf der Website berichtet, dass Sbisa seine Aktivkarriere offiziell beendet habe.

Schweizer in der AHL

Philipp Kurashev (Rockford IceHogs): 16 Skorerpunkte sammelte der Bündner in seiner Rookie-Saison in der NHL für die Chicago Blackhawks– ein anständiger Wert für einen Neuling. Nun wollte sich der 21-Jährige steigern. Dass das kein Problem zu sein schien, bestätigte Goalie Kevin Lankinen. «Er ist so ein talentierter Spieler. Das sieht man praktisch jeden Tag im Training. Er kann Leute ausspielen, er kann schiessen, er kann Spielzüge einleiten. Es ist grossartig zu sehen, dass so ein junger Spieler den Sprung in die NHL schafft und diese Dinge in der besten Liga der Welt macht. Es ist beeindruckend und ich denke, dass er auf dem richtigen Weg ist.» Aber: Die Blackhawks haben Probleme mit der Gehaltsobergrenze und schickten Kurashev deshalb vorerst in die AHL.

Sven Bärtschi (Henderson Silver Knights): Sein Club, die Vegas Golden Knights, setzten Bärtschi auf die Waiver Liste. Das bedeutete, dass wenn kein anderes NHL-Team ihm ein Angebot unterbreitete, der 29-Jährige die Saison in der AHL beginnen muss – und genau das ist passiert. Bärtschi verbrachte bereits die vergangene Saison in der AHL. Damals gehörte er noch den Vancouver Canucks an, deshalb spielte er für die Utica Comets.

Janis Moser (Tucson Roadrunners): Der 21-jährige Solothurner wurde an Nummer 60 gedraftet, bekam aber bei den Arizona Coyotes noch keinen Platz und beginnt sein Nordamerika-Abenteuer in der AHL.

Tobias Geisser (Hershey Bears): Auch Geisser (22) wurde zurückgestuft, seine Washington Capitals schickten ihn zu den Hershey Bears.

Tim Berni (Cleveland Monsters): Der 21-jährige Berni war derjenige Schweizer, der den Cut bei den Columbus Blue Jackets nicht schaffte.

Akira Schmid (Utica Comets): Der Goalie (21) wurde von den New Jersey Devils in die AHL abgeschoben.

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