Aktualisiert 25.09.2014 14:37

Luxuswährung

Mit Bitcoin eine Insel in Mikronesien kaufen

Bitpremier heisst eine Handelsplatform, auf der alles mit der Internet-Währung bezahlt werden kann. Die Insel Satoshi kostet 1087,884 Bitcoin (oder 432'200 Franken).

von
istr

Haben Sie Bitcoin und wissen nicht, was Sie damit anfangen sollen? Falls Ihnen die Privatinsel mit Frischwasser-Quelle in Mikronesien nicht zusagt, dann wäre vielleicht ein Convertible Ford Falcon Hot Rod etwas für Sie. Auf der Website Bitpremier gibt es allerlei luxuriöses Kurioses. Einzige Gemeinsamkeit ist, dass alles mit der Internet-Währung bezahlt werden kann, wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg.com schreibt. Denn die Plattform ist geschaffen worden, um Bitcoin-Besitzern mehr Möglichkeiten zum Ausgeben zu verschaffen.

Die digitale Währung kommt langsam ins Rollen. Nach dem Computerhersteller Dell akzeptiert neu auch der Internet-Bezahldienst Paypal Bitcoins. Nachfrage und Angebot direkt zusammenzubringen, das ist auch die Idee der speziell für Luxusartikel gegründeten Plattform Bitpremier. Bis Anfang 2013 habe man mit Bitcoins lediglich T-Shirts, Kaffetassen und Alpaka-Strümpfe kaufen können, wie Alan Silbert laut Bloomberg sagt. Das war für ihn und seinen Bruder der Grund, im Mai 2013 Bitpremier zu gründen. «Wir sahen eine grosse Lücke im Markt, die wir füllen wollten.»

Villa auf Bali dank Bitcoins verkauft

Dank Bitpremier kam eine der bislang grössten Transaktionen mit Bitcoins zustande: Im vergangenen Februar wurde eine Villa mit zwei Schlafzimmern und Pool auf Bali für 950 Bitcoins oder 614'300 Franken verkauft. Der Verkäufer, der deutsche Immobilienentwickler Ronny Tome, wusste wenig von Bitcoins und nutzte Bitpremier nur, um seine Häuser so mehr potenziellen Käufern anbieten zu können. Nur eine Woche dauerte es, bis sich ein Interessent aus Texas bei ihm meldete. Es dauerte dann noch vier Monate bis es zum Abschluss mit ihm kam, die Überweisung der Bitcoins ging dann innert Minuten über die Bühne. Bei Banken hätte eine Geldüberweisung Tage gedauert.

Nach dem Boom und dem Wertanstieg 2013 sitzen noch immer viele auf ihren Bitcoins. Der Crash dieses Jahr brachte ihrem Einsatz als Alternativwährung einen deutlichen Dämpfer. Bitpremier und Paypal dürften nun wieder Bewegung in den Markt bringen. Es gibt nicht nur Besitzer der digitalen Währung, die nicht wissen, wo sie damit bezahlen können. Sondern auch Interessenten, die Bitcoins suchen, aber den relativ kleinen und schon auf geringe Bewegung reagierenden Markt nicht zu stark beeinflussen wollen. Handelsplattformen, die beide Seiten direkt zusammenbringen, können da Abhilfe beschaffen.

Bitcoin - was ist das?

Bitcoin ist ein weltweites Zahlungsssystem. Entstanden ist es als Alternativwährung, die nicht von Zentralbanken abhängig ist. Überweisungen erfolgen direkt über das Internet von einem Teilnehmer zum anderen. Für die Transaktionen werden sogenannte digitale Brieftaschen oder E-Wallets verwendet.

Getauscht und gekauft werden können Bitcoins zum Beispiel auf Online-Börsen. Eine weitere Möglichkeit zum Bezug von Bitcoins sind spezialisierte Geldautomaten, wo man Bargeld direkt gegen Bitcoins tauschen und sich diese via QR-Code auf ein E-Wallet überweisen kann. Der Wert entwickelt sich aufgrund von Angebot und Nachfrage.

Der Handel mit Bitcoins birgt Risiken. In der Vergangenheit kam es bei Bitcoin-Börsen mehrfach zu Pleiten, Anleger verloren ihr Geld. Kritiker monieren ausserdem, dass der Kurs der Bitcoins massiven Schwankungen unterworfen ist und dass die Online-Währung für Geldwäscherei missbraucht wird.

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