Bodensee-Wels: «Mit blossen Händen töten wäre fair»
Aktualisiert

Bodensee-Wels«Mit blossen Händen töten wäre fair»

Tierquälerei oder Freizeitsport? Nach dem Rekordfang eines 2,40 Meter langen Welses streiten sich die 20-Minuten-Leser. Der Ton ist scharf.

von
feb

Sportfischer Mathias Gregorig (33) aus Vorarlberg brauchte rund eine Stunde, um den 2,40 m langen und 83 kg schweren Wels aus dem Bodensee zu ziehen. Schweizer Tierschützer laufen seither Sturm. Viele 20-Minuten-Online-Leser tun es ihnen gleich. Leser Roland kann nicht verstehen, «dass Leute mit einer Leiche (egal welcher Art) stolz posieren können». Marion geht es ähnlich: «Schlimm an der Sache ist, dass man die Tiere nur so zum Spass fängt und dann auch noch als Held in der Zeitung gefeiert wird.» Sabrina Nish hätte es besser gefunden, den Fisch leben zu lassen und wieder in den See zu werfen. Martin Müller findet, Fische dürften nur als «Überlebensnahrung» gefangen werden – alles andere sei Tierquälerei.

Nicht von Tierquälerei, aber von einem unfairen Kampf spricht eine zweite Gruppe. «Den Wels suchen und mit blossen Händen töten, das wäre fair gewesen», so Orca. Steff geht noch einen Schritt weiter: «Fair wäre es nur dann, wenn durch den Mund und den Unterkiefer des Fischers ebenfalls ein Haken mit Widerhaken gebohrt und der Silch direkt mit dem Fisch verbunden gewesen wäre.»

Hat die Schweiz keine anderen Probleme?

Ein grosser Teil jedoch denkt genau das Gegenteil. Diese Leser empören sich über den Wels-Aufruhr. «Müssen wir uns dafür entschuldigen, dass wir an der Spitze der Nahrungskette stehen?», fragt 20-Minuten-Online-Leser Hans W. «Welch Luxusprobleme die Schweiz doch hat... Uns geht's halt einfach wirklich gut!», fährt er fort.

Davide Martiello stellt ebenfalls eine Frage in den Raum: «Alle, die jetzt protestieren: Habt Ihr auch schon Fisch gegessen? Meeresfische essen die meisten. Wisst Ihr, wie die gefangen werden? Mit einem Netz und dort sterben sie qualvoll. Aber ihr esst trotzdem Fisch.»

Bewunderung für den Fischer

Wiedere andere bewundern den Fischer Mathias Gregorig und gratulieren ihm zu seinem «Fang des Lebens». Fritz Fischer: «So ein Exemplar würde ich auch einmal gerne selber fangen.» Und: «Für alle, die meinen, es besser zu wissen, was das Tierschutzgesetz betrifft: Freilassen geht schon gar nicht, ‹Catch and Release› ist verboten.»

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