Aktualisiert 15.05.2007 11:26

Mit bluttriefendem Schädel zur Polizei

Ein 17-Jähriger ist mit einem abgetrennten Menschenkopf auf einer Polizeiwache im Norden Japans erschienen und hat sich zum Mord an seiner Mutter bekannt.

Dann führte er Beamte zu seiner Wohnung und zeigte mit einem lapidaren «Da ist es» zur kopflosen Leiche seiner Mutter, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Er habe sie am Vorabend ihres 47. Geburtstags enthauptet, erklärte der Jugendliche und fügte ungerührt hinzu: «Es war egal, wen ich getötet habe.»

Japan war lange stolz auf seine sicheren Strassen und niedrige Zahl an schweren Gewaltverbrechen. In jüngster Zeit haben immer wieder Fälle von grausigen Verstümmelungen in Japan für Aufregung gesorgt. Besonders irritiert sind viele über die jugendlichen Gewalttäter, die scheinbar völlig gefühllos agieren. Zurückgeführt wird dies unter anderem auf die lang anhaltende Wirtschaftskrise in Japan und die Tendenz, andere Menschen nur noch als Objekte zu betrachten.

Im vergangenen Jahr hatte ein Arbeitsloser seine Mutter zerstückelt und die Leichenteile in Betonkübel gepackt. Im Januar hatte eine Frau in Tokio ihren Mann zerstückelt und die Teile in der Stadt verteilt, was für eine erhebliche Unruhe sorgte. Erst kürzlich gab es ein vielbeachtetes Urteil zum Tod einer britischen Hostess, deren zerstückelte Leiche in eine Höhle an der See gestopft worden war. Die Tat vom Dienstag erinnerte an einen Fall von 1997, als ein 14-Jähriger einen Elfjährigen enthauptet und den Kopf auf das Schultor gelegt hatte. Einen Zettel mit einer bösen Notiz stopfte er in den Mund.

(dapd)

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