Baby-Simulatoren: Mit Computer-Puppe Eltern spielen
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Baby-SimulatorenMit Computer-Puppe Eltern spielen

Ein Praktikum mit Computerbabys, die schreien, trinken und gewickelt werden müssen. Das will ein Verein an Schweizer Schulen anbieten.

von
ann
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Die RealCare-Babys sind 53 Zentimeter lang und 3500 Gramm schwer. Man kann ihnen einen Schoppen geben und sie machen dabei Trinkgeräusche. Die Puppen wurden in den USA für Schüler entwickelt.

Die RealCare-Babys sind 53 Zentimeter lang und 3500 Gramm schwer. Man kann ihnen einen Schoppen geben und sie machen dabei Trinkgeräusche. Die Puppen wurden in den USA für Schüler entwickelt.

RealCare Baby
Die Babys werden in zahlreichen Ländern eingesetzt, darum gibt es sie in den verschiedensten ethnischen Ausführungen.

Die Babys werden in zahlreichen Ländern eingesetzt, darum gibt es sie in den verschiedensten ethnischen Ausführungen.

RealCare Baby
Allein oder zu zweit können sich die Schüler um das Baby kümmern. Die Computersensoren spüren, ob das Köpfchen beim Hochheben gehalten wird, ob das Baby zur richtigen Zeit gewickelt, umgezogen oder gefüttert wird. Damit das Baby seine Eltern erkennt, tragen diese ein Armband.

Allein oder zu zweit können sich die Schüler um das Baby kümmern. Die Computersensoren spüren, ob das Köpfchen beim Hochheben gehalten wird, ob das Baby zur richtigen Zeit gewickelt, umgezogen oder gefüttert wird. Damit das Baby seine Eltern erkennt, tragen diese ein Armband.

RealCare Baby

Sie sind 3500 Gramm schwer, 53 Zentimeter gross und können schreien wie echte Neugeborene: Die Real-Care-Babys, die in den USA für Schulen und soziale Institutionen entwickelt wurden, um Jugendliche Elternpraktika machen zu lassen. Dieses System will Erika Gurgol-Djordjevic, Gründerin des Vereins Protected Child aus Reinach, jetzt auch Schweizer Schulen anbieten. Weil die Computer-Bäbi teuer sind, hat Gurgol dazu auf der Plattform Wemakeit ein Crowdfunding eingerichtet.

Was hinter dem System steckt, das in der Schweiz weitgehend unbekannt ist, erklärt Gurgol so: «Schüler sollen einen ersten Eindruck bekommen können, was Elternsein heisst.» In den USA, England und Deutschland existieren solche Programme schon lange. Ursprünglich ging es dabei um die Prävention von Teenager-Schwangerschaften. Das Programm eigne sich aber auch zur Sensibilisierung für die verantwortungsvolle und anstrengende Aufgabe von Eltern, so Gurgol.

Die Folgen von Schütteln, Alkohol und Drogen werden aufgezeigt

Fünf bis zehn Schüler sollen ein Praktikum gleichzeitig absolvieren. Dabei können auch zwei Personen, wenn gewünscht Junge und Mädchen, die Verantwortung für ein Baby übernehmen. «So messen sich die Schüler auch miteinander und nehmen die Sache ernster», sagt Gurgol.

Die Klasse lernt beim Praktikum auch, das Köpfchen des Babys immer zu stützen. In diesem Zusammenhang werden auch die gravierenden Folgen des Schüttelns thematisiert und anhand eines speziellen Schüttelbabys aufgezeigt. Auch die Folgen von Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft werden anhand von speziellen Simulationspuppen demonstriert.

Aufstehen mitten in der Nacht

Das normale Real-Care-Baby nehmen die Schüler in der Regel übers Wochenende heim. «Von Freitagabend bis Montagmorgen müssen die Schüler sich um ihr Teilzeit-Kind kümmern», sagt Gurgol. Es melde sich in dieser Zeit auch nachts und begehre Aufmerksamkeit. «Wenn es schreit, müssen sie ihm den Schoppen geben, es wickeln, umziehen und es in die Arme nehmen.»

Ob sie dies angemessen getan haben, zeigt dann die Computerauswertung am Ende des Kurses. Gemäss Gurgol sind bereits mehrere Gemeinden und Institutionen an solchen Praktika interessiert. Der Verein hofft darum auf breite Unterstützung in seinem Crowdfunding-Projekt.

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