Interview mit Marc Forster: «Mit Daniel Craig verstand ich mich am besten»
Aktualisiert

Interview mit Marc Forster«Mit Daniel Craig verstand ich mich am besten»

Marc Forster empfing
20 Minuten im Luzerner Palace-Hotel zum Interview. Der Bond-Regisseur über die Schweiz, über die einzige rausgeschnittene Szene - und seine «Affäre» mit Bond-Girl Olga Kurylenko.

von
Bernhard Brechbühl

Es muss ein grossartiges Gefühl sein, als Schweizer Bond-Regisseur in der Heimat Premiere zu feiern.

Marc Forster: Das Schweizer Publikum hat mich immer sehr unterstützt, und es freut mich besonders, dass wir für die Premiere in Luzern sind. Ich war während meiner Schulzeit im Internat auf dem Zugerberg oft hier und habe heute zufrieden festgestellt, dass die abgebrannte Kapellbrücke superschön wieder aufgebaut wurde.

Haben Sie viele Freunde und Bekannte zur Premiere hier eingeladen?

Ja, viele Freunde aus Zürich, Davos und vom Internat. Und natürlich meine Mutter.

Sind Ihre Freunde denn nicht enttäuscht, dass Sie die Schweiz als Drehort ausgelassen haben?

Ich hatte mir hier eigentlich einige Drehorte angeschaut – zum Beispiel einen Höhlensee bei Sion – aber es hat vom Drehbuch und finanziell nicht gepasst. Dafür spricht Anatole Taubman im Film kurz Schweizerdeutsch. Das ist doch besser, oder?

Könnten Sie sich vorstellen, dereinst wieder hier zu leben?

Ja, auf jeden Fall. In Amerika will ich nicht alt werden. Wo in der Schweiz ich leben würde, wäre schwierig zu entscheiden. Ich habe Zürich sehr gern, aber auch die Berge.

Was sind denn Ihre typisch schweizerischen Eigenschaften?

Ich bin sehr diszipliniert und pünktlich. «Quantum of Solace» ist der erste Bond-Film, der in der vorgegebenen Zeit abgedreht war. Ich hatte 103 Tage Zeit und war nach 103 Tagen fertig.

Zum Film: Böse Zungen behaupten, eigentlich habe der Stuntkoordinator Regie geführt – so viel Action ist drin. Kommt Ihre Handschrift genug zur Geltung?

Ich finde schon. Wenn man sich den Film richtig anschaut, ist er vom Visuellen her anders als die früheren Bond-Filme. Es ist mein erster Action-Film und ich habe die Geschichte ganz bewusst mit vielen Actionsequenzen erzählt.

In Ihrem Film vermissen Bond-Fans die typischen Elemente wie den geschüttelten Martini oder den Spruch «Bond, James Bond».

Den Martini trinkt Bond diesmal einfach auf eine andere Weise, und die Szene mit «Bond, James Bond» ist übrigens die einzige, die ich rausgeschnitten habe. Nicht wegen dem Spruch, sondern weil sie einfach nicht funk­tioniert hat. Auf DVD kann man sie sehen. Ich finde aber grundsätzlich, James Bond ist eine Figur, die sich weiterentwickeln muss.

Am Set sind enge Freundschaften entstanden. Mit wem haben Sie sich am besten verstanden?

Mit Produzentin Barbara Broccoli und Daniel Craig.

Ich hätte jetzt erwartet, dass Sie noch Bond-Girl Olga Kurylenko erwähnen. Man hat Gerüchte über eine Affäre zwischen Ihnen beiden gelesen.

Ja, aber das hat nicht auf der Realität beruht.

Marc Forster

Marc Forster ist in Deutschland geboren und verbrachte seine Kindheit in Davos. Nach der Matura studierte er an der Filmschule der New York University. Ein Dokfilm, der am Donnerstag um 20.05 Uhr auf SF1 zu sehen ist, zeigt Forster während seiner Regiearbeit für den neusten 007-Streifen «Quantum of Solace».

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