Leser und ihre Haustiere: Mit dem 26-Kilo-Jagdhund unter der Bettdecke
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Leser und ihre HaustiereMit dem 26-Kilo-Jagdhund unter der Bettdecke

Die Hälfte der Schweizer nehmen ihre Haustiere mit ins Bett, wie eine Tierärztin sagt. 20-Minuten-Leser erzählen, weshalb sie mit ihrem Vierbeiner das Bett teilen.

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Die 20-Minuten-Leser mögen es tierisch im Bett. Gabriela Wittwer (63) aus Thusis GR nimmt ihre zwei Hunde abends unter die Decke mit.

Die 20-Minuten-Leser mögen es tierisch im Bett. Gabriela Wittwer (63) aus Thusis GR nimmt ihre zwei Hunde abends unter die Decke mit.

Leser-Reporter
Der Grosse ist ein ungarischer Jagdhund und wiegt 26 Kilogramm.

Der Grosse ist ein ungarischer Jagdhund und wiegt 26 Kilogramm.

Leser-Reporter
«Er schläft neben mir und gibt mir warm.»

«Er schläft neben mir und gibt mir warm.»

Leser-Reporter

Haustiere im Bett – Ja oder Nein? An dieser Frage scheiden sich die Geister, würde man meinen. Doch für die Mehrheit unserer Leser lautet die Antwort ganz klar Ja. Das sei nicht eklig, sondern schön. Einige schlafen gleich mit vier Vierbeinern auf derselben Matratze.

Shyla, die deutsche Schäferhündin von Mildred Niederheitmann, darf mit ihr und dem Freund unter die Decke schlüpfen. «Sie gehört zur Familie», sagt die 35-Jährige aus Schlieren. Das sei nicht unhygienisch, da Shyla häufig entwurmt werde und keine Ektoparasiten habe. Gegen die vielen Hundehaare auf der Bettdecke könne man zwar wenig tun, aber das mache schliesslich niemanden krank. «Wir putzen einfach viel.»

«Sie geben mir warm und ich bin nicht allein»

Auch Gabriela Wittwer (63) aus Thusis GR nimmt ihre zwei Hunde mit in die Heia. Der eine ist ein Vizsla, ein ungarischer Jagdhund. Er wiegt 26 Kilogramm und beansprucht einiges an Platz. Der andere ist ein Zwergspaniel. «Der Kleine rollt sich meist unten bei meinen Füssen ein. Der Grosse liegt neben mir.» Er stupfe sie jeweils, bis sie ihn zudecke, dann strecke er sich wie ein Mensch aus und schlafe neben ihr ein.

Früher, als ihr Mann noch bei ihr wohnte, musste der Dalmatiner, den sie damals hatten, im eigenen Bett schlafen. «Seit mein Mann mich verlassen hat, kann ich aber nicht mehr ohne meine Hunde im Bett schlafen.» Obwohl ihr in ihrem 1.20-Meter-Bett nicht viel Platz bleibe, fühle sie sich wohl. «Sie geben mir warm und ich bin nicht allein.»

«Wenn es ihnen nicht passt, dann verschwinden sie»

Für Leserin Erica Lüthi ist die Hygiene ebenfalls kein Problem: «Mein Perserkater darf in meinem Bett schlafen.» Es gebe nichts Saubereres als eine Katze. «Die putzen sich ja andauernd.»

R. V.* hat vier Haustiere und gleich eine ganze Schar im Nest: «Bei uns schlafen beide Hunde und Katzen auf dem Bett.» Es sei einfach gemütlich, wenn alle zusammen eingekuschelt seien. «Wenn es den Tieren nicht mehr passt, dann verschwinden sie von allein auf den Boden oder ins Wohnzimmer.»

«Der Hund wird vorher noch ausgebürstet»

Marco J.* und seine Frau teilen ihr Bett ebenfalls mit ihrem Büsi. «Weil wir beide den ganzen Tag arbeiten, ist es für die Katze schön, wenn sie wenigstens nachts nicht allein ist.»

Auch für Leserin Erika Bissig ist es selbstverständlich, dass ihre zwei Katzen und der Yorkshire-Terrier im Bett übernachten. «Die Katzen sind ja sehr sauber und der Hund wird noch ausgebürstet bevor wir schlafen gehen.»

«Hunde gehören nicht ins Bett»

Doch zwei Leserinnen gibt es dann doch, die ihr Bett nicht mit ihren Haustieren teilen mögen. «Ich liebe meinen Hund über alles, aber ich würde ihn deshalb niemals ins Bett nehmen. Das Bett gehört mir», sagt Sonja Tanner. Der Hund dürfe aber auf einer Decke im Schlafzimmer übernachten – auf seinem Platz.

Auch die 70-jährige K. F. * aus dem Malcantone TI will ihre vier Hunde nicht auf der Bettdecke: «Da hätte ich ja gar keinen Platz.» Einer ihrer Hunde ist ein Viringo – ein peruanischer Nackthund. «Sie ist unglaublich anhänglich, weil sie mit der Flasche aufgezogen wurde. Sie würde die ganze Nacht meine Nähe suchen.» Deshalb schlafen ihre Hunde in einer Box. Dort seien sie zufrieden, und sie habe ihre Ruhe. Man müsse doch auch Grenzen ziehen, sagt F. «Hunde dürfen nicht vermenschlicht werden, deswegen gehören sie nicht ins Bett.»

*Namen der Redaktion bekannt

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