Aktualisiert 21.06.2011 10:52

Gefährt beschlagnahmt

Mit dem «Autöffli» zum Medienstar

Das Auto-Töffli von Sebastian Küttel (17) ist in aller Munde. Nicht nur in der Schweiz – sogar ausländische Medien griffen die Geschichte des Düsentriebs aus Jonschwil SG auf.

von
Felix Burch

Seit der 17-jährige Jonschwiler Sebastian Küttel mit seinem Gefährt der anderen Art von der Polizei gestoppt wurde, kommt er nicht mehr zur Ruhe. «Am Montagmittag fing es an, seither gebe ich Interviews für Zeitungen, Online-Portale und TV-Sender», sagt Küttel gegenüber 20 Minuten Online. Heute gehe es im selben Stil weiter, am Mittag steht bereits das nächste Fernseh-Interview auf dem Programm.

Die ganze Schweiz berichtet über das Auto-Töffli des Mechanikerlehrlings, das ihm die Polizei weggenommen hat. Auch ausländische Medien sind auf den Daniel Düsentrieb aus der Schweiz aufmerksam geworden, der als Sek-Abschlussarbeit einen Renault Clio und einen Maxi Puch zusammenschweisste. Der «Berliner Kurier» titelte «Teenager baut Auto-Mofa-Mischung», «Irre: Tüftler baut Auto-Mofa» schreibt tz-online. Die Deutschen staunen über den Kreativen und schütteln den Kopf über «die Einwohner des Dorfes Jonschwil, die gleich die Polizei rufen, weil ein Bursche mit einem selbstgebastelten Mofa-Auto herumkurvt» - der Schweizer sei halt ein ordnungsliebender Mensch.

Wird das Auto-Töffli verschrottet?

Küttel ist vom Echo überwältigt. Endlos viele Interviews wolle er dennoch nicht geben, irgendwann brauche er eine Pause. Schliesslich arbeite er ganz normal im Lehrbetrieb. Für sein Gefährt hat der 17-Jährige fast nur Komplimente bekommen. Allerdings nur fast. «Die Lehrer haben meine Abschlussarbeit für ungenügend befunden, es lag aber an der Präsentation, nicht am Gefährt.»

Zudem hatte die Person, die die Polizei einschaltete, als Küttel sein Auto-Töffli ausprobierte, keine Freude am Mobil - und natürlich auch die Polizei nicht. Diese hält das Gefährt weiter unter Verschluss. Ob es verschrottet wird, entscheidet die Jugendanwaltschaft des Kantons St. Gallen. Es wurde aber noch kein Entscheid gefällt. Auch nicht, ob Küttel eine Busse bezahlen und den Mofa-Ausweis abgeben muss. Der Lehrling wird auf jeden Fall für seine «Erfindung» kämpfen: «Ich möchte es unbedingt zurück.»

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