Besteht der Bentley Continental GT Speed auch auf der Rennstrecke? Wir habens ausprobiert
Besteht der Bentley Continental GT Speed auch auf der Rennstrecke? Wir haben es ausprobiert.

Besteht der Bentley Continental GT Speed auch auf der Rennstrecke? Wir haben es ausprobiert.

Bentley
Publiziert

Luxuscoupé Continental GT SpeedMit dem Bentley auf die Rennstrecke – wir habens ausprobiert

Mit Rennsiegen in Bentley-Sportwagen sorgten die Bentley Boys in den 1920ern für Furore. 100 Jahre später tun wir es ihnen gleich und nehmen den noblen Briten mit auf die Rennstrecke.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

Wolf Barnato, Dudley Benjafield oder Tim Birkin – so die Namen einiger der glamourösen Bentley Boys – hätten vermutlich Freude am neuen Bentley Continental GT Speed. Denn obwohl die Briten angekündigt haben, ab 2026 nur noch teil- und ab 2030 vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen, lanciert die Nobelmarke nochmals ein Biest von einem Luxuscoupé: 2,2 Tonnen schwer, zwölf Zylinder, sechs Liter Hubraum und bis zu 335 km/h schnell. Aber kann der grosse Lord auch auf der Rennstrecke bestehen? Wir probieren es aus!

Power ohne Ende

Schliesslich sitze ich im stärksten Bentley aller Zeiten, der dennoch das pure Gegenteil von einem puristischen Sportwagen ist. Das Cockpit ist in edles Carbon und Alcantara gekleidet, spontan schiesst mir sogar der Gedanke durch den Kopf, die Massagefunktion der Sitze zu nutzen und so über die Rennstrecke zu düsen. Dann ist es soweit: Die Ampel springt auf grün, ich trete voll aufs Gaspedal und erwarte einen gediegenen Gentleman-Start. Doch das pure Gegenteil ist der Fall: Die unbändige Kraft von 659 PS und 900 Newtonmeter drückt mich brachial in die Sitze, weit vor der ersten Kurve steige ich in die Eisen. Die packen noch heftiger zu als gedacht. Kein Wunder! Mit 440 Millimetern Durchmesser sind sie grösser als eine Familienpizza und laut Bentley sogar die grössten Bremsen überhaupt, die es momentan auf dem Markt gibt.

Mit Bentley auf die Rennstrecke: Wir fuhren die Vorserienversion des Continental GT Speed auf dem Track.

Mit Bentley auf die Rennstrecke: Wir fuhren die Vorserienversion des Continental GT Speed auf dem Track.

Bentley
Mit 659 PS hat er dafür mehr als genug Kraft.

Mit 659 PS hat er dafür mehr als genug Kraft.

Bentley
Allerdings liegt das Leergewicht bei über 2,2 Tonnen.

Allerdings liegt das Leergewicht bei über 2,2 Tonnen.

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Die Technik machts

Auch sonst haben sich die Ingenieure von Bentley einige Kniffe ausgedacht, damit der Ritt über die Rennstrecke nicht in einem ungeplanten Brexit endet. Dazu zählen die Allradlenkung und ein elektronisches Sperrdifferential, die beide aus dem Schwergewichtsboxer schon fast ein Leichtgewicht machen, das nur so um die Kurven wedelt. Runde für Runde werde ich mutiger. Ich spüre, wie gerade im Sportmodus, in dem der Allradantrieb hecklastig ausgelegt ist, auch das Heck lebendig wird. Sogar Drifts sind möglich, wenn das Stabilitätsprogramm ausgeschaltet ist. Viel zu schnell geht mein Slot auf der Strecke zu Ende, und weil ich nicht wie die Bentley Boys eine Diamantenmine oder Ländereien besitze, werde ich im Herbst, wenn der Continental GT Speed auf den Markt kommt, auch die rund 300'000 Franken für dieses Zwölfzylinder-Geschoss nicht aufbringen können. Was bleibt, ist die Erinnerung zumindest einmal einen Bentley über die Rennstrecke gejagt zu haben.

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