07.07.2014 08:31

Doktor Sex

«Mit dem Fremden geht sie ab wie eine Rakete!»

Immer in den FKK-Ferien hat Achim mit seiner Partnerin leidenschaftlichen Sex. Die übrige Zeit ist es eher langweilig. Liegt es daran, dass ein anderer Mann mitmacht?

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Leidenschaftlicher Sex ist in einer Beziehung eher die Ausnahme als die Regel. (Symbolbild: Colourbox.de, Marin)

Leidenschaftlicher Sex ist in einer Beziehung eher die Ausnahme als die Regel. (Symbolbild: Colourbox.de, Marin)

Frage von Achim (43) an Doktor Sex: Ich bin mit meiner Partnerin seit 13 Jahren zusammen. Wir haben sehr oft Sex. Was mich stört, ist, dass bei ihr dabei die Leidenschaft fehlt. Fast immer kommt die Initiative dafür von mir. Ich würde mich freuen, wenn sie mal das Zepter in die Hand nehmen würde. Einmal im Jahr machen wir FKK-Ferien. Dann ist sie jeweils kaum zu bremsen und von morgens bis abends spitz. Ich erkenne sie fast nicht mehr wieder. An zwei bis drei Abenden laden wir einen Mann zu uns in die Wohnung ein. Mit ihm zusammen verwöhne ich dann meine Frau. Dabei geht sie sie ab wie eine Rakete und kann fast nicht genug kriegen. Aber sobald die Ferien vorbei sind, will sie von einem Dreier nichts mehr wissen. Was ist der Grund dafür, dass ihr ausserhalb der Ferien die Leidenschaft fehlt?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Achim

Lust und Leidenschaft sind stark abhängig vom Umfeld, in dem ein Mensch lebt. Alltag und Arbeit sind dafür oft nicht eben förderlich. Abwechslung und aussergewöhnliche Situationen führen hingegen oft zu einer gesteigerten Lebendigkeit. Dies zeigt auch die Tatsache, dass deine Frau in den Ferien und in Anwesenheit dieses anderen Mannes plötzlich zu einer «Rakete» wird, wie du schreibst.

Auffallend ist, dass du die Frage falsch stellst. Wie viele Menschen scheinst du zu glauben, über das Erkennen der Ursache des Problems automatisch auch in den Besitz der Lösung zu gelangen. Würden wir von einem Automotor oder einem anderen technischen Gerät sprechen, wäre dieses Vorgehen sinnvoll. Du könntest dann sofort erkennen, welches Teil defekt ist und dieses auswechseln. Bei Problemen, die in Beziehungen zwischen Menschen entstehen, ist die Ausgangslage aber viel komplexer. Allein grob zu erkennen, welche Aspekte an der Entstehung einer unerwünschten Situation beteiligt sind, ist meist schon kompliziert. Danach aber auch noch deren Zusammenspiel im Detail zu verstehen, ist schlicht unmöglich.

Sinnvoller als zu analysieren, was die Gründe für eine Schwierigkeit sind, und dabei in eine Problem-Trance zu fallen, ist es, Ausnahmen sichtbar zu machen. Also die Situationen herauszufiltern, in denen das Problem nicht existiert oder zumindest weniger ausgeprägt ist und alles annähernd wie gewünscht läuft. Davon ausgehend kann dann in einem nächsten Schritt herausgearbeitet werden, welche Umstände und Handlungen – also zum Beispiel, was man selber, was andere oder was man mit anderen gemeinsam getan hat – zu einer vorübergehenden Veränderung oder gar zur gänzlichen Absenz des Problems geführt hat.

In Bezug auf deine Situation wäre es naheliegend, bei den Ferien anzusetzen, da in dieser Zeit das Problem nicht existiert. Frag deine Partnerin doch, was dazu führt, dass sie in den Ferien so leidenschaftlich und unersättlich ist. Falls es der fremde Mann ist, könntet ihr ja auch ausserhalb der Ferienzeit ab und zu einen solchen zu euch einladen oder zu dritt eine Nacht in einem Hotel verbringen.

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